23. JUNI 2026
ROSTOCK / MECKLENBURG-VOPOMMERN
Uni im Rathaus

Mmmhhh. Was kann, was soll man hierzu schreiben? Wie könnte man es zusammenfassen? Vielleicht so: Gut gedacht, aber nicht wirklich gut gemacht.
Natürlich waren die Initiatoren dieser Friedensinitiative vor Ort, ist es doch ein wesentliches Charakteristika unser Initiative, dass wir den Kontakt zu unseren Mitmenschen suchen, also sichtbar, kritisch, aber auch nahbar sind.
Gut war, dass es eine solche Veranstaltung gab. Aber keiner der drei Professor:innen thematisierte, dass es doch eigentlich schlimm ist, das es in Deutschland mit seiner besten Demokratie, die es je hatte, Bedarf oder eine Notwendigkeit für solche „Veranstaltungen“ gibt.
Positiv, dass es doch einen großen Raum für Meinungsäußerungen gab. Kritisch anzumerken, dass allein durch die (relativ kurzen) Beiträge der Professor:innen einen ganzen und wohl auch viel zu theoretischen „Blumenstrauß“ an Gedanken, Ideen und Theorien gab. Mitunter wurden Online-Befragungen als Grundlage für Erhebungen genutz. Wobei doch wohl jeder weiß, dass es etwas anderes ist, wenn ich Menschen persönlich und dennoch anonym befrage, mit ihnen spreche, oder sie in einer „anonymen“ Umfrage teilnehmen. Wer sagt hier schon wirklich seine private Meinung offen und ehrlich?
Ja, alle sprachen sich für Meinungsfreiheit aus, aber auch sehr dafür, dass eben nicht jede Meinung angehört oder zugelassen werden muss. Auf die Gedanken der Menschen, welche die Meinungsfreiheit „Unserer Demokratie“ in den letzten sechs Jahren persönlich erlebt haben, wurde nicht wirklich interessiert, nachfragend oder Brücken bauend eingegangen. Dies hier weiter auszuführen, würde den umfang des Artikels sprengen, weil eben ja auch die meisten Leser nicht vor Ort waren. Auf bestimmte Teile von Fragen wurde nicht oder sehr oberflächlich und „imaginär“ eingegangen.
Letztlich lässt es sich kritisch oder auch am besten wieder im Bild von „Romeo und Julia“ zusammenfassen:
Der Mensch, welcher Romeo in diesem Theaterstück spielt, ist im realen Leben nicht Romeo, sondern heißt vielleicht Thomas Schmidt. Er ist Schauspieler. Und so spielt er auf der Bühne eben dann auch nicht Thomas Schmidt, sondern den Romeo. Auf der Bühne ist er eben der Romeo. Er schlüft in die Maske oder das Kostüm des Romeos.
Und ja, so standen die drei Professor:innen auch auf einer Bühne. Und jede/r befand sich in der „Schauspieler-Rolle“ seines/seiner „Prof.Dr. für …“. Und an diesem Abend mussten sie halt in der Rolle eines/r Prof. Dr. performen.
Wirklich Kritisches an der aktuellen Politik, den Medien, den Gefahren einer Brandmauer-Politik, des Kontaktschuld-Narrativs, einer Cancel-Culture, des Umgangs von Menschen in Funktionen oder Verantwortung mit anderen Menschen wurde nicht wirklich offen und allseitig betrachtet.
Und so war es dann wohl doch auch ein Abend der Spaltung, des Rechthabens, des Stigmatisierens und auch des nicht wirklichen Beantwortens der durchaus berechtigten und auch kritischen Fragen. So – meine (J.K.) These, wird eine respektvolle, neugierige, beidseitig interessierende Diskussion – als Grundlage für einen gemeinsam empathischen Weges in die Zukunft – niemals möglich sein.
Die „Schauspieler“ auf der Bühne haben es durch Ihr „Spiel“ auf der Bühne eigentlich irgendwie verunmöglicht.
Und ja, hier scheint auch wieder der Verweis auf das Milgram-Experiment angebracht. Schaut es euch an. Der normale Mensch vertraut oder unterwirft sich den Anweisungen/Entscheidungen von „Menschen im weißen Kittel“. Und genau diese „Experten“, „Ranghöheren“, „Vorgesetzten“ sind es doch, welche (mehr oder weniger angepasst) die Dinge nach unten umsetzen, die „von oben“ kommen. Und gerade in diesem kurzen Film sind die Aussagen Augen öffnend, was es braucht, um eine Diktatur zu errichten. Es braucht nur zwei Drittel …. ZWEI DRITTEL von was? Schaut es Euch einfach selbst an, dann wiss Ihr es.
