Rostock Lütten-Klein und die realen Erlebnisse der heute noch lebenden Kriegs-Kinder

Geschichten, Kriegskinder, Lütten Klein, Mecklenburg Vorpommern, Rostock

23- OKTOBER 2023
ROSTOCK/LÜTTEN-KLEIN – MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Die weiteren besonderen Momente des heutigen Friedenstages in Rostock Lütten-Klein:

Ein ältere Mann im Rollstuhl, dessen Familie aus Schlesien vertrieben wurde. Die Familie hatte das Schiff „Wilhelm Gustloff“ verpasst. Hätte seine Familie damals das Schiff erreicht (welches mit Tausenden Menschen versenkt wurde), würde er heute nicht leben …

Eine ältere Dame, die sich so bedankt hat und so traurig darüber ist, dass sie nichts mehr machen kann, weil sie so alt ist. Ihre Erinnerung: Sie ist mit ihrer Mutter mit dem Pferdewagen gefahren, und dann wurden die Menschen aus dem KZ entlassen. Die Menschen sahen so aus …, und dann brach ihre Stimme. Die Mutter hat zu ihr gesagt: „Heute hungern wir, heute kriegen diese Menschen unser Essen.“

Eine Frau: Als sie vier Jahren alt war, ist ihr Vater in Stalingrad gefallen oder verstorben – sie weiß es bis heute nicht.

Eine Dame erinnert sich an ihre Kindheit in der Kopernikusstraße in Rostock. Sie mussten immer voll angezogen mit Klamotten schlafen. Jede Nacht war Luftalarm. Dann hat die Mutter die Kinder immer geweckt und ist mit ihnen in so einen Bunker gegangen. Und immer wieder wiederholt sie: „Ich war fünf Jahre alt, fünf Jahre alt“ Sie konnte auf Fragen gar nicht reagieren, weil sie so in ihrer Geschichte gefangen war.

Jemand aus Kolberg (heute Kołobrzeg in Polen): Die Familie musste flüchten. Schiffe waren schon weg, und da haben sie einen Zug genommen. Mit dem letzten Zug sind sie raus. Und er war irgendwie einer der ersten Wehrpflichtigen in der DDR und später in der Bundeswehr und in den 90ern im Kosovo. Er hat nicht unterschrieben, obwohl er den Stift gefühlt schon in der Hand hatte. Jens hat ihm dann aber den Raum gelassen, und er hat sich doch anders entschieden. Es kämpft so sehr in den Menschen.

Dann gehe ich zum Bäcker rein, und dann winkt mich immer eine ältere Dame. Die winkt und winkt. Dann bin ich hin und sie sagt: „Sie haben aber eine tolle Jacke an, genau die richtige Jacke. Mit Frieden.“ Dann hat sie gesagt, sie hätte Frau Merkel als Kind gekannt … und die lügen ja alle.

Ob jede Geschichte so stimmt? Wir wissen es nicht, aber die Gefühle stimmen und waren echt. Und heute haben wir mit vielen noch lebenden „Kriegs-Kindern“ gesprochen.

Ja, und die Geschichte von Margitta und der kleinen weißen Friedenstaube, die Jens erzählt hat.

Und Jens mit Tränen in den Augen so berührt zu sehen … Aber lest es einfach selbst.

Der Gänsehaut-Moment für die Ewigkeit – auf einer Bank in Rostock/Lütten-Klein

Der Gänsehaut-Moment, Die weinende Frau auf der Bank, Lütten Klein, Mecklenburg Vorpommern, Rostock

23. OKTOBER 2026
ROSTOCK/LÜTTEN-KLEIN – MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Das wird jeden Menschen mit Empathie und dem Wunsch nach Frieden berühren, emotional tief im Herzen erreichen und ganz sicher in ein tieferes Nachdenken und so vielleicht auch ins Handeln FÜR den Frieden bringen.

Was ist passiert?

Wir waren heute mit unserem Friedenstisch auf dem Fußgänger-Boulevard in Rostock-Lütten Klein aktiv., und dass schon ab kurz vor 9 Uhr. Der Wochenmarkt war schon geöffnet, der Stadtteil Lütten-Klein aber gefühlt gerade am erwachen. Die Menschen kamen und gingen, so wie immer und überall.

Nur ein was war heute anders. Gefühlt über zehn Mal kamen Menschen, denen eines gemeinsam war. Sie waren Kinder des II. Weltkrieges, also Kinder aus den Jahrgängen 1937, 1938, 1938 … Und alle fanden sich plötzlich in den Tagen ihrer Kriegskindheit wieder, dem mitunter tagelangen „Vegetieren“ in den Bunkern, den Erfahrungen des gefallenen oder getöteten Vaters in Stalingrad (die Frau war damals vier Jahre alt und weiß es bis heute nicht), den Geschichten von Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen usw. Ja, sehr oft haben wir die Musik leise gemacht oder die Ansprachen unterbrochen. Vor uns standen Menschen, die als Kinder KRIEG real erlebt haben. Nein – Ihr Lieben – das ist nicht mit Worten zu beschreiben.

Und dann … dann kam für mich (Jens aus Rostock) – der Gänsehaut-Moment seit dem Initiieren und dem Start dieser bundesweiten Friedensinitiative der Väter, Mütter, Großeltern … naja, Ihr wisst schon:
Eine etwas größere Frau, gut zu Fuß und noch sehr aktiv im Kopf kam an unseren Stand. Sie unterhielt sich mit Anja und auch anderen „Kindern des Krieges“. Sie sagte wohl zu Anja, dass sie sich nichts sehnlicher wünsche, dass die Kinder nur strahlen, spielen und lachen. Und so kamen beide irgendwie auf das Lied, was ALLE Kinder der DDR kennen. Die kleine weiße Friedenstaube.

Natürlich war es mehr als selbstverständlich, dass wir IHR ZU EHREN dieses Lied spielen. Das Lied beginnt und ich beschreibe Ihr, wie wir es in den Zeiten unserer 11 wöchigen Friedensmahnwachen in Rostock (ab Ende Januar 2023 – Beginn der Panzerlieferungen für den Ukrainekrieg) gespielt haben. Wir Erwachsene haben uns an den Händen gefasst – zum Erstaunen der damals in der City an uns vorbeilaufenden Menschen. Ich drehe mich, will mich wieder „meinen Friedensaufgaben vor Ort“ widmen und schaue aber noch voller Hochachtung der Frau nach … und halte plötzlich inne. Es folgt eine Szene, die ich wohl niemals in meinem Leben vergessen werde:

Die Frau hört also das Lied der Kinder aus der DDR, geht 10 m, hält plötzlich inne und setzt sich auf die im Bild markierte Bank.
Sie setzt sich und scheint diesen Moment bewusst erleben zu wollen. Und plötzlich holt sie sich ein frisches Taschentuch aus Ihrer Handtasche. Sie tupft sich an die Augen und schnaubt plötzlich ins Taschentuch. Sie ist tief ergriffen …

Du siehst es, du spürst es, Du fühlst es körperlich, die Szene geht so tief ins HERZ – es ist genau jetzt für diese Frau ein besonderer emotionaler Moment. Ich bin mir in diesem Moment ganz sicher – sie durchlebt gerade mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit DIE vielen Kriegs- und Friedensmomente Ihres ganzen Lebens.

Ich mache Anja darauf aufmerksam und meine, ob sie mal hinschauen will.

Anja geht hin und ist plötzlich als Frau, als Mensch genau an Ihrer Seite, eine so wichtige und hilfreiche Idee: diese Frau als Mensch in diesen Momenten nicht alleine zu lassen.

Wenn 1 Bild mehr als 1.000 Worte sagt, dann dieses Bild, dieser GÄNSEHAUT-MOMENT.

Diese betagte, lebensbejahende, lebensfrohe und auch vom Leben gezeichnet Frau weint … sie weint.

Und ich merke in mir, wie mich diese Situation so tief im Herzen berührt, wie mich dieser Moment emotional mitnimmt. Eine alte Frau (gut 90) weint bei dem so schönen Kinderlied: Die kleine weiße Friedenstaube. Ich möchte einer Frau die Situation zeigen und erklären und merkte, wie sich alles in mir zuschnürt, die Stimme fast versagt und meine Augen feucht werden. Ich muss mich einen Moment zurückziehen, um den Moment liebevoll wegzuatmen.

Dieser Moment geht so tief ins eigene Menschsein, dass ich sofort spürt, was für einen katastrophalen und schwachsinnigen „Bullshit“, was für ein herz- und seelenloses, welches rein stupide Kriegsmechanik-Gequatsche aus den Worten, Redebeiträgen und „Erklärungs- und Begründungsstatements“ der Politiker, Medienmacher und vieler „Talk-Show-Clowns“ spricht – und das 81 Jahre nach Ende der größten menschlichen Katastrophe des II. Weltkrieges. Einfach nur unfassbar.

Genau in solchen Momenten des realen Lebens fühle ich die Idiotie, die Falschheit, ja die Verlogenheit all der politisch-medialen Diskussions-, Ideologie- und Diskursphrasen der meisten Politik- und Medienfunktionäre oder -Rollenspieler. Also von denen, die Aufrüstung, Militarisierung oder Krieg auch nur etwas sinnvoll Nützliches abgewinnen wollen, die über das kriegerische Töten von Menschen durch Menschen reden und „philosophieren“, als wäre das alles ein Computerspiel … also von „Menschen“, die niemals den Krieg auch nur annähernd erlebt haben. Diese Frau hat ihn real erlebt.

Was aber muss ein Mensch mit durch sein Leben „tragen“, der als Kind real KRIEG und Tod erleben musste und nichts dafür kann/konnte?

Und in mir kommt angesichts der vielen heutigen „Kriegskinder“, der uns vermittelten Kinderkriegserlebnisse und der mich tief berührenden Szene mit dieser Frau auf der Bank der Gedanke:
ALLE, wirklich alle diese Menschen müssten täglich in den Schulklassen unserer Kinder und Enkelkinder sitzen, an allen Schulen Rostocks, an allen Schulen bundesweit, um um ihre er- und durchlebte Kriegskindheit zu berichten. Wie muss es diesen „Kriegskindern“ heute ergehen, wenn dann doch ab und zu die (Benachrichtigungs-) Sirenen heulen. Auch davon wurde uns erzählt. Sie zucken jedes Mal zusammen und die Bilder der Kindheit kommen wieder in den Kopf …

Am Ende merke ich, dass war der für mich persönlich bisher der emotionalste Moment seit es diese Initiative gibt. Für mich sagte dieses erlebte Situationsbild nicht nur mehr als 1.000, nein, sogar mehr als 1.000.000 Worte. Sagen wir alle: NEIN ZU JEDEM KRIEG. Kein Mensch sollte je Krieg erleben und unsere Kinder und Enkelkinder schon gar nicht.

Schön, dass das tolle Friedensmenschen-Team aus Güstrow wieder in Aktion war

Güstrow, Mecklenburg Vorpommern

22. OKTOBER 2026
GÜSTROW / MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Anbei einige kurze Informationen zu unserer Güstrow-Friedens-Aktion am 22.Oktober 2026.

Wir starteten pünktlich um 11.00 Uhr.
Schon beim Aufbau kamen Menschen zum unterschreiben.
So das die erste Liste bereits um 11.00 Uhr voll war.

Die meisten Menschen stimmten unseren Forderungen zu, Abweichungen ermöglichen aber gute Diskussionen auf Augenhöhe. Und immer wieder im Fokus der anfänglichen Diskrepanz: die allgemeine Wehrpflicht.

Auch junge Leute waren bei uns am Stand, die jüngsten waren 14 und 15 Jahre alt. Sie würden es gut finden, wenn wir zu Ihnen an die Schule kommen würden.
Da sollten wir wohl drüber Nachdenken.

Musikalisch begleitet wurden wir von unserem Seemann Reinhard aus Lalendorf.
Mit seinen Liedern von Freddy Quinn brachte er viel Lebensfreude an unseren Stand .
Die Menschen blieben stehen und schunkelten mit.

Vielen Dank an Bernd und Thomas .
An Akila mit Ihren 81 Jahren aus Güstrow, die uns seit dem Sommer unterstützt.
An Alexandra mit Ihren guten Reden und selbstgeschriebenen Liedern.

Und wir sagen ein Herzliches Dankeschön an die lieben Friedensmenschen in Güstrow. Bitte unbedingt und regelmäßig weitermachen.

Warnemünde – Frieden ist geil, deshalb …

Frieden ist geil, Mecklenburg Vorpommern, Rostock, Warnemünde

17. OKTOBER 2026
ROSTOCK – WARNEMÜNDE / MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Warnemünde – Frieden ist geil! Deshalb komme ich sofort zu euch.

Über diesen Samstag könnten wir schon wieder ein ganzes Buch schreiben!
Einfach war es nicht, aber wieder einmal war der Nachmittag voller Erfahrungen und schöner oder spannender Momente.

Ein Gänsehaut-Moment:
Da kam zum Beispiel ein Mann an unseren Tisch und sagte ganz trocken und auf den Punkt: „Frieden ist geil!“ Mehr brauchte er nicht zum Unterschreiben.

Ein anderer Mann freute sich und erzählte, dass er uns schon mal im Fernsehen gesehen hatte. Er meinte den Auftritt von Jana aus Schwerin im NDR.

Besonders in Erinnerung bleiben wird uns eine ältere Dame – sie war 99 Jahre alt –, die unterschrieben hat. Später war sie in einem anderen Zusammenhang erneut bei uns am Tisch. Sie war nämlich mit einer Reisegruppe unterwegs, die nur einen Zwischenstopp in Warnemünde eingelegt hatte. Sie hatte ihren Bus aus den Augen verloren und war ziemlich in Sorge. Mit unserem Mikrofon und der Unterstützung der Polizei konnten wir die Sache zum Glück gut klären.

Ein spannendes Gespräch führte Kerstin mit einer Frau aus Wismar, die Soldaten beim Übergang aus der Armee zurück ins zivile Berufsleben berät. Sie zeigte großes Interesse an unserer Initiative und konnte sich vorstellen, vielleicht selbst aktiv zu werden. (P.S.: Wenn diese Frau zufällig diesen Text liest, bitte nochmal Kontakt zu uns aufnehmen. Mglw. ist der Kontaktzettel abhanden gekommen.)

Schön war die Begegnung mit einem jungen Paar, das heute in Berlin lebt. Er ist Musiker aus Kuba und hatte sein Instrument dabei, sie kommt aus Venezuela. Sie fühlten sich angesprochen, weil wir hinter dem Tisch zu einem Friedenslied mitsangen und tanzten. Für ein ausführliches Gespräch reichten die Deutschkenntnisse nicht ganz, aber dafür uns gegenseitig unser menschliches Bedürfnis nach Frieden ausdrücken. Und zu unterschreiben.

Emotionaler Bruch: Eine Frau erzählte, dass ihr Onkel mit gerade einmal 19 Jahren an der Front bei Stalingrad gestorben ist.
Besonders berührt hat uns aber eine Frage, die uns eine Frau stellte: „Darf ich denn auch unterschreiben? Ich wähle nämlich die AfD.“

Solche Situationen kennen wir bisher vor allem von Menschen aus der Ukraine, die uns fragen, ob sie trotz ihrer Herkunft unterschreiben dürfen.

Was haben diese Menschen gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Und doch scheint sie etwas zu verbinden: das Gefühl, sich erklären zu müssen. Das Gefühl, zwischen die Fronten zu geraten und irgendwie selbst Teil eines gesellschaftlichen Schlachtfeldes zu sein.

Ach ja: Und so sei hier abschließend nur nebenbei erwähnt, dass es diesmal doch sehr windig und böig war. Öfters mussten Pavillon und Tisch vor einem drohenden „Abflug“ geschützt und bewahrt werden. Es ist halt immer anders und dennoch, IMMER interessant.

Rostock: Demokratie – Politische Bildung – (Nicht)Umsetzung der Forderungen des „Beutelsbacher Konsens“?

Beutelsbacher Konsens, Kooperative Gesamtschule Südstadt, Mecklenburg Vorpommern, Politische Bildung, Referent Politisches Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern, Rostock

12. und 13. OKTOBER 2026
Rostock / MECKLENBURG/VORPOMMERN

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Wie heißt es auf der Web-Seite der Organisatoren und Initiatoren?

Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern das, was wir daraus machen. Aber wo redet man heute noch ungezwungen über das, was im Land schiefläuft oder besser werden muss? Genau dafür rollt unser Demokratiebus zu Dir. Wir schaffen den Raum für ehrliche Begegnungen und echte Gespräche über Politik, Alltag und unseren Zusammenhalt. Kein langes Drumherumreden, sondern Deine Perspektive zählt: Wie stellst Du Dir die Zukunft vor? Komm rum, schnapp Dir einen Platz und lass uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Veränderung beginnt genau hier – im Gespräch mit Dir. Bist du dabei?

An anderer Stelle:
Vertrauen fördern, Distanz überwinden – oder – #NurZusammenLäufts!

Aber ist dem so oder ist eher so, wie es scheint: es ist Agitation und Propaganda? – Gerade in der heute doch politisch-ideologisch, aber auch medial mit Narrativen aufgeladenen Zeit sowie angesichts der hier bewusst oder unbewusst geschürten Spaltung der Menschen in unserem Land kommt dem „Beutelsbacher Konsens“ bei Veranstaltungen/Maßnahmen für POLITISCHE BILDUNG der Schüler, Jugendlichen und Heranwachsenden eine mehr als große Bedeutung zu.

Wir machen bei einer Schule die Probe auf`s Exempel.
Angesichts des Erlebten stellen wir dann aber doch die Frage: Läuft hier nicht vielleicht doch gewaltig etwas schief?
Entspricht die nachfolgend sichtbare Vorgehensweise des Organisators und der Schule dem Inhalt bzw. dem Geiste des „Beutelsbacher Konsens“?
Lest selbst:

1.
Mit Verweis und unter Inanspruchnahme der Inhalte und Aufgaben des „Beutelsbacher Konsens“ nehmen wir mit dem Organisator in Schwerin Kontakt auf. Wir beantragen in diesem Kontext beim Referent Politisches Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern von Konrad-Adenauer-Stiftung e.V./Politisches Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern unsere Teilnahme an dieser zwar schuleigenen, aber von externen „Experten“ durchgeführten Schulmaßnahme für POLITISCHE BILDUNG.

Die erste Antwort:
„… vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an unserer Demokratiegestalter-Tour.
Die Veranstaltung ist als geschlossene Schulveranstaltung konzipiert. Externe Akteure sind im Rahmen des Formats nicht vorgesehen.
Wir bitten um Verständnis, dass eine Teilnahme daher nicht möglich ist.“

2.
Wir fragen erneut nach und bestehen bei obigem Referenten (mit nochmaligem Verweis auf dem „Beutelsbacher Konsens“) auf einer Teilnahmemöglichkeit.
Wir erhalten freundlicherweise umgehend eine Antwort, aber erneut eine Absage:
„… zwischenzeitlich haben wir die Angelegenheit nochmals mit der Schule besprochen.
Die Schule hat entschieden, dass die Teilnahme schulfremder Personen an der Veranstaltung nicht möglich ist.
Beim Besuch des Demokratiebusses handelt es sich um ein erweitertes unterrichtliches Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Schule. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist hierbei auf Einladung der Schule vor Ort.

Die Entscheidung über die Teilnahme externer Personen an schulischen Veranstaltungen trifft die Schule. Sofern Sie hierzu weitere Fragen haben, bitten wir Sie, sich direkt an die Schulleitung zu wenden.“

3.
Okay. Wir nehmen Kontakt zum Schulleiter und dem Stellvertreter der „Kooperativen Gesamtschule Südstadt“ in Rostock auf. Wir schildern unser Anliegen und bitten/fordern unsere Teilnahme ein – gemäß dem „Beutelsbacher Konsens“.
Wir erhalten folgende Antwort „i.A.“ des Schulleiters:
„Bei der Demokratiegestalter-Tour am 13. Oktober handelt es sich um eine geschlossene schulische Bildungsveranstaltung, die wir gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchführen.
Die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses sind selbstverständliche Grundlage unserer professionellen pädagogischen Arbeit. Einer Beteiligung weiterer Initiativen bedarf es hierfür nicht.
Eine Teilnahme Ihrerseits oder Ihrer Initiative, auch in beobachtender Funktion, ist daher weder vorgesehen noch möglich.

Vielen Dank, dass Sie unsere Entscheidung respektieren.“

4.
Wir antworten erneut. U.a. mit folgenden Gedanken:
„… Dass Sie die „Demokratiegestalter-Tour“ in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchführen, unterstreicht die Relevanz unserer Fragen. Politische Stiftungen stehen naturgemäß einer Partei und deren Weltanschauung nahe. Gerade hier verlangt das Kontroversitätsgebot, dass auch andere gesellschaftliche Perspektiven Raum finden, um eine einseitige Beeinflussung junger Menschen zu verhindern….

Es geht uns ausdrücklich nicht darum, dass unsere Anwesenheit eine Voraussetzung für die Einhaltung des Beutelsbacher Konsenses wäre. Es geht darum, wie Sie dessen Einhaltung bei dieser konkreten Veranstaltung transparent und nachvollziehbar machen.

Gerade bei politischer Bildung sollte es selbstverständlich sein, solche Fragen offen und nachvollziehbar zu beantworten. Demokratie lebt vom Dialog, von unterschiedlichen Perspektiven und davon, dass auch kritische Fragen ihren Platz haben. Wir sehen Sie hier in einer besonderen Verantwortung gegenüber den Ihnen anvertrauten Jugendlichen und erwarten Ihre zeitnahe Rückmeldung. …“

Eine Antwort steht aktuell noch aus. Wir bleiben am Ball und informieren Euch.
Entspricht dieses Vorgehensweise
a) wirklich dem Demokratieverständnis des „Busses“?
b) dem, was auf der Webseite (s.o.) zu lesen ist – #NurZusammenLäufts! ?
c) dem Inhalt und Geist des „Beutelsbacher Konsens“?

Warnemünde: Ja, es ist das Gesamtkonzept, mit dem wir die Menschen berühren UND erreichen

Konzept bestätigt, Mecklenburg Vorpommern, Rostock, Warnemünde

10. OKTOBER 2026
ROSTOCK-WARNEMÜNDE / MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Das Schönste ist immer, wenn wir das Banner ausrollen und die ersten Menschen unterschreiben wollen oder das Gespräch suchen. Und das war heute noch mal wirklich ein Highlight.

Denn – Wir haben bestimmt die erste halbe Stunde nicht zu Ende aufbauen können. Schaut selbst.

Wir rollen ja immer zuerst das Banner aus, damit die Leute sofort sehen, worum es geht. Dann stellen wir schon mal einen Tisch mit einer Mappe auf, und den Rest bauen wir in Ruhe auf. Und ja, genau damit kann sofort die gewollte und erwünschte INTERAKTION mit unseren Menschen beginnen.

Es passiert genau das, was a) beabsichtig war/ist und b) was eigentlich JEDES Demo- oder Mahnwachen-Format will. Will nicht jeder, dass die Menschen zu uns kommen? Will nicht jeder die INTERAKTION mit den Menschen?

Und genau das erreicht das Banner, erreichen die Kartons, in bewusster Ergänzung mit besonderen FRIEDENSLIEDERN aus dem Lautsprecher sowie unserer menschlichen Ansprache. Hierzu gehören mitunter auch mahnenden Wort an unsere Menschen als Väter, Mütter, Großeltern, Erwachsene und Jugendliche.

Denn:
WIR, unsere Generation, also alle heute lebenden Menschen stehen in der historischen Verantwortung, die eigentliche logischen Folgen der Forderungen nach „Kriegstüchtigkeit“ und „Kriegswirtschaft“ zu verhindern. Ob wir das erkennen oder nicht. Ob wir es sehen oder nicht. Ob wir es verstehen oder nicht.

Die jetzt liebende Generation entscheidet:
2x Kriegstüchtigkeit in der jüngsten deutschen Geschichte führte zu ZWEI WELTKRIEGEN.
2x Kriegswirtschaft in der jüngsten deutschen Geschichte führte zu ZWEI WELTKRIEGEN.

Sagt die Mehrheit des Souveräns klar und deutlich NEIN, dann kann der klar logisch zu erwartende dritte Weltkriegs-Wahnsinn verhindert werden.

Schweigt DIE MEHRHEIT wie schon zwei Mal zuvor, wird das der Geschichte völlig egal sein. Die beobachtet und resümiert am Ende dann nur: Okay, dass muss auch diese schweigende Generation durch die Katastrophe eines Weltkrieges, dem nunmehr dann dritten.

Mehr Infos findet Ihr auch HIER.

Rostock – 99 Luftballons – Nena und WIR in Orange (2)

99 Luftballons, Mecklenburg Vorpommern, Nena, Rostock, Tisch 1, Tisch 2

29.09.2026
ROSTOCK, MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Nena-Konzert, vor der Stadthalle Rostock.

Tisch 1 mit Jens und Anja aus Rostock.

Viele Künstler, die in Zeiten des Friedens den Nimbus von Revolutionären, Friedenskämpfern und der Gerechtigkeit hatten, sind heute leiser geworden oder ganz verstummt. Nena gehört zu den wenigen prominenten Menschen, die in den letzten Jahren den Mut hatten, auch in der Öffentlichkeit die eigene Meinung zu vertreten – und das ohne Kampf, dafür mit ihrem ganz eigenen Lachen, mit ihrer Freiheit und Lebensfreude.

Genau das verbindet uns.

Und genau deshalb war es folgerichtig vor Beginn ihres Konzerts mit unserem Friedenstisch an der Stadthalle Rostock zu stehen …

Rostock – 99 Luftballons – Nena und WIR in Orange (1)

Mecklenburg Vorpommern, Nena, Rostock, Tisch 1, Tisch 2

29.09.2026
ROSTOCK, MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Nena-Konzert, vor der Stadthalle Rostock.

Tisch 1 mit Kerstin und Thomas.

Trotzdem war das überraschenderweise überhaupt kein Selbstgänger. Viele Menschen wirkten eher passiv und müde.
Mit Unterstützung von Thomas vom Dreiländereck und Kerstin aus Güstrow konnten wir zwei Friedenstische (links und rechts des Eingangsbereichs) aufbauen. Tisch 1 war erfreulicherweise dem Team von Tisch 2 um Längen voraus. SEHR SCHÖN.
Und so war es richtig, mit zwei Friedenspunkten vor Ort gewesen zu sein.

So ist am Ende des Tages doch eine gute Anzahl an Friedensstimmen zusammengekommen. Und so mancher Mitstreiter aus den vergangenen Jahren ist uns dort über den Weg gelaufen. Natürlich ist das immer besonders schön.

Rostock-Warnemünde und wieder ein Gänsehaut-Moment

Gänsehaut-Moment, Mecklenburg Vorpommern, Rostock, Warnemünde

19. SEPTEMBER 2026
WARNEMÜNDE / ROSTOCK

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Heute mit Unterstützung von Christian von der Friedensfahrt Berlin.

Es hat sich heute wieder so sinnvoll und gut angefühlt. Es war wieder alles dabei. Wir haben Weintrauben geschenkt bekommen. Einfach als Dankeschön.

Immer, wirklich immer ist Warnemünde ein Beweis dafür, was alles in Deutschland möglich wäre, wenn es unsere Friedens- und Demokratie-Anlaufpunkte in ganz Deutschland gäbe, 1.000 Mal.
Es braucht keine große oder kleine Demo, es braucht keine Mahnwache mit Dutzenden Schildern und Losungen, es braucht kein Fahnenschwenken auf Brücken oder im Alltag der Menschen, es braucht überhaupt keine politisch-ideologische Symbolik – all das kann Trennen, laut sein, kann Menschen verunsichern oder gar verunsichern.

Wo bleibt der millionenfache Aufschrei der Menschen nach Frieden? – die Frage ist berechtigt, führt aber i.d.R. dazu, dass die friedensaktiven Menschen meinen, wir müssten nur noch mehr, lauter, öfter und größer agieren. Haben das aber nicht die Friedensmenschen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts auch gemacht? Warum konnten sie den Kriegsirrsinn nicht verhindern? Weil es kein Gemeinsam gab. Weil die Mehrheit der Gruppen und Initiativen nur von sich ausging.

Was aber, wenn die eigentlich historisch richtige Frage folgende wäre:
Was brauchen denn die Millionen passiven, verängstigten, desinteressierten Menschen, um aktiv zu werden?
Wissen wir es ? – Nein.

Wenn wir es aber wissen wollten, was wäre denn der erste objektiv notwendige Schritt? oder Schritte?:
1. Wenden wir unsere Sichtweise, unsere Denk- und Handlungsweisen um 180 Grad. Schauen wir nicht auf uns, sondern unserer Mitmenschen. Was brauchen die, um zu erwachen?
2. Es braucht den Kontakt, die Möglichkeit zum Kontakt zu und mit diesen Menschen.
3. Es braucht das ruhige, freundliche, einladende und neugierige Angebot von uns. Und dann entsteht das, was alle Demo-Formen ja wollen: INTERAKTION. Die Menschen kommen von sich aus zu uns.
4. Dazu braucht es die regelmäßige öffentliche Sichtbarkeit im öffentlichen Alltag der Menschen, in den Wohngebieten, auf den Marktplätzen und in den Fußgängerzonen.
5. Es bedarf des Weglassens jeder !!! trennenden Losung, Parole oder Fahne – unsere 6 Forderungen sind Gesprächsstoff genug.
6. Es bedarf des einladenden Dialogangebots an die Menschen ALS Menschen, als Väter, Mütter, Großeltern, Erwachsene und Jugendliche, von denen keiner Krieg will. Es bedarf keiner politisch-ideologischen Schulung der Menschen. Wollen wir doch erst mal wissen, wie unserer Mitmenschen denken, welche Sorgen, Nöte und Ängste sie haben.

Die Ergebnisse, die Resultate, die Erfahrungen, vor allem aber die Gespräche sind UNBEZHLBAR. Wir zeigen und wir leben Demokartei, Respekt, (i.d.R. auch) die Akzeptanz anderer Meinungen und Haltungen.

Ja, und auch damit gilt es noch besser zu lernen, damit friedlich umzugehen:
Dann gab es aber auch einen Mann aus Kiel, der nichts stehen lassen konnte und immer alles besser wusste. Für ihn ging der Ukraine-Krieg am 24.02.2022 mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine los. Interessant: 4 – VIER- verschiedene Menschen erklärten ihm, dass es die innerukrainischen Angriffe der ukrainischen Streitkräfte mit Artillerie auf die russische Bevölkerung in den durch die Russen bewohnten Gebiete gab. Die Zahlen von 14.000 getöteten Russen kann man recherchieren. Innerhalb von 10 min. wurde ihm das von vier verschiedenen Menschen mitgeteilt. Egal – er blieb bei seiner Meinung, im Habitus seines „Recht Habens“. Und ja, das sind die Herausforderungen, vor denen wir alle gemeinsam stehen. Es wurde sogar noch grotesker: Eine Ukrainerin (sie hat unterschrieben) hat auch mit ihm diskutiert – und gerade ihr wollte er die Ukraine erklären? Kannst`e Dir nicht ausdenken.

Und dennoch in der Mehrheit wieder so tolle echte Gespräche mit unseren Mitmenschen, weil wir eben alle Symbolik, die Parolen, Schilder und Zusatzfahne ALLE weglassen.

BESONDERE MOMENTE – 79

Später, zum Feierabend (schon an einem anderen Ort), kam ein junger Mann auf uns zu und fragte, ob er kurz stören dürfe. Er wollte uns einfach Danke sagen. es wäre ihm ein so großes Bedürfnis. Wir geben ihm das kleine Pflänzchen Hoffnung, dass in diesem Land noch nicht alles verloren sei. Er hat uns schon öfter gehört und sagte, dass es für ihn persönlich wichtig ist, dass wir so ruhig, so mahnend, so nachdenklich machend zu den Menschen sprechen. Das berühre ihn immer wieder sehr. Und er wollte das unbedingt mal anerkennend zurück geben. Am Standort vorhin habe er uns nicht mehr finden können. Es war abgebaut. Nun hat er uns an einem EKZ gesehen und da wollte er es jetzt unbedingt tun.

Und wieder: Das ist nicht nur schön, sondern auch wirklich menschlich tief berührend, so dass wir genau jedem Friedensmenschen in unserer Initiative solche „Gänsehaut-Momente“ wünschen.

Deshalb:
Schließt Euch an, wie so viele Menschen bisher. Werdet ein aktiver, sichtbarer und letztlich bundesweit wirkungsvoller Friedensfaktor. Es braucht in jeder Stadt nur zwei, drei oder vier Friedensmenschen, die sich in den einladend in den öffentlichen Alltag der Menschen stellen. Unsere Kinder und Enkelkinder werden genau auf solche Menschen zählen.
Ein „Geh vor Feigling. Lass mich hinter den Baum.“ hilft den kleinen Butschers nicht. Wann wachen wir auf? Wann verlieren wir Menschen die Angst? WIR sind der Souverän? Die Macht liegt letztlich beim Souverän. Nur muss dieser Souverän, diese Macht sichtbar werden, überall, bundesweit. Deshalb entstand diese Initiative – unser Ziel: 1.000 Städte/Orte a 1.000 Friedenstimmen – UND MEHR.

Güstrow – Filmvorführung & Friedensstimmen sammeln

Der Kommunist, Filmabend, Güstrow, LPG, Mecklenburg Vorpommern, Solveig Leo

17. SEPTEMBER 2026
GÜSTROW / MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Filmvorführung · Diskussion · Friedensstimmen
Filmvorführung der Doku „Kommunist“ in Güstrow im Mehrgenerationenhaus der Volkssolidarität.
Eine gute Veranstaltung mit 45 Gästen und einer guten Diskussion nach dem Film.

Und natürlich habe ich auch Friedensstimmen gesammelt. – so Kerstin.

Podiumsgast war Solveig Leo, eine der Protagonistinnen der Dokumentation. Sie berichtete aus ihrer persönlichen Erfahrung über das Leben und Arbeiten im ländlichen Raum der DDR. Sie wurde mit 24 Jahren die jüngste LPG-Vorsitzende der DDR. Als junge Absolventin und zudem als Frau mit zwei kleinen Kindern leitete sie eine 1.000-Hektar-LPG in Banzkow im Bezirk Schwerin.

Interessant ist auch, dass sie nach der Wende von 1992 bis 2009 Bürgermeisterin in Banzkow war. Sie hat somit in zwei Gesellschaftssystemen sowohl in der Landwirtschaft als auch im kommunalen Bereich Erfahrungen im ländlichen Raum sammeln dürfen.

Zum Schluss waren sich aber ohnehin alle einig: Für alle gesellschaftlichen Modelle ist Frieden die unbedingte Grundlage.

Der Flyer und das Gedicht (Foto links) brachte eine ältere Dame mit in die Veranstaltung. Sie übergab ihn jedem Teilnehmer in einem Briefumschlag – es war ihr sehr wichtig.
Vielen Dank an Alexandra, die mir ungemein bei den Vorbereitungen geholfen hat.
Und natürlich an den Filmclub Güstrow, der die professionelle Vorführung überhaupt erst ermöglicht hat. / Kerstin