Weltfriedenstag 10: Aktion zwei in Rostock und ein besonderer Gänsehaut-Moment

Antikriegstag, Friedensengel Nienhagen, Henning schleiff, Mecklenburg Vorpommern, Montagsdemo Rostock, Rostock

01. SEPTEMBER 2026
ROSTOCK / MECKLENBURG-VORPOMMERN
Weltfriedenstag / Antikriegstag

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Standort 2: Breite Straße

ein neuer Standort und wie immer und überall: es gab viel Dank von unseren Mitmenschen: „Endlich ist hier mal was für Frieden.“, aber auch heiße Diskussionen über Putin/Ukraine, und eine große Mehrheit, die sich scheinbar (noch) nicht interessiert.

Von dieser passiven Masse lösen wir aber immer wieder Menschen aus ihrer Zurückhaltung, wenn wir sie als Mütter und Väter, Großeltern ansprechen und an die persönliche Verantwortung für die eigenen Kinder und an unsere historische Verantwortung erinnern. Ja, im Alltagsgewusel können sich die Menschen dem WESEN dieser Zeit nicht bewusst werden: WIR sind die dritte Generation in der jüngsten deutschen Geschichte, die mit dem Thema Krieg und FRIEDEN „konfrontiert“ wird. Noch genauer: JEDER heute lebende Mensch steht in einer ganz konkreten historischen Verantwortung für SEINE persönliche Entscheidung. Und die heißt nicht nur Krieg oder Frieden. Nein, heute heißt es für JEDEN EINZELNEN: Was machst DU konkret FÜR die Erhaltung des FRIEDENS – AKTIV?

Passives Denken oder nur im Inneren für den Frieden sein, reicht nicht. Bleibst DU passiv, unterstützt Du indirekt die Kräfte von Militarismus, Aufrüstung und Krieg, weil DU Dich (oder wir uns nicht) diesen Kräften in den Weg stellen und wir (oder zu wenige) klar auf den die geschichtlichen Lehren dieser zwei verherenden Weltkriege bestehen: NIE WIEDER KRIEG. Und ja: hier ist NIE WIEDER JETZT.

Deshalb: Wacht auf. Kommt als Vater, Mutter, Oma oder Opa nicht nur ins Denken, sondern ins aktive Handeln FÜR den Frieden. Mit UNS gemeinsam. FÜR eine friedliche und lebenswerte Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.

Ein wirklich berührender, ein Gänsehaut-Moment:
Berührend für uns alle war der Besuch von Henning Schleiff, einem ehemaligen Oberbürgermeister von Rostock.

Er hat ein großes Interesse an der Friedensbewegung in Rostock und ließ es sich nicht nehmen, persönlich an jeden Tisch zu kommen und uns für unser Engagement zu danken. Und das, obwohl er noch sichtlich geschwächt war von einer medizinischen Behandlung. – Das hat uns mit großer Dankbarkeit erfüllt.

Das ist vielleicht das Schönste, was wir aus Rostock vom Weltfriedenstag erzählen können: wie kraftvoll, wie stark und wie wirkungsvoll es sich anfühlt, wenn Menschen ihre Unterschiede einmal hinten anstellen, um für Frieden gemeinsam zu handeln und wir unsere Demoräume verlassen.

Danke Evi (Montagsdemo) und den Friedensengeln Nienhagen für die Unterstützung an diesem Tisch.

Rostock – Hiroshima-Tag – Schönes und sehr bedenkliches zugleich

BSW, Henning schleiff, Hiroshima-Tag, IPPNW, Karl-Liebknecht-Kreis, Mecklenburg Vorpommern, Rostock, Rotfüchse

06. AUGUST 2026
ROSTOCK / MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Hiroshima-Tag in Rostock
Eine rationale Feststellung vorab: Rostock ist Partnerstadt der weltweiten Aktion „Mayors of peace“. Das ist eine Aktion, die 1982 vom Bürgermeister aus Hiroshima gestartet wurde – „Bürgermeister für den Frieden“. Ja, am 08. Juli 26 hat sich die Stadt Rostock mit einem kleinen symbolischen Akt (in allen teilnehmenden Städten wird die Fahne dieser Aktion gehisst) an der weltweiten Aktion beteiligt.
Am eigentlichen Gedenktag dieses schrecklich mörderischen Ereignisses, dem 06. August passierte nichts – keine Gedenkveranstaltung, kein Moment des Gedenkens. Auch der Einladung der Friedensbewegung zu der von uns organisierten Gedenk-Friedensmahnwache blieben Vertreter der Politik, Verwaltung und Behörde fern.

Warum ist das nachdenkens- und durchdenkenswert? Weil man statt dessen dies recherchieren kann:
Ja, Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger war am Donnerstag, dem 6. August 2026 in Rostock und hat die 35. Hanse Sail offiziell mit eröffnet. Sie läutete am Eröffnungstag im Kurhausgarten Warnemünde gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig traditionell die Schiffsglocke, um das viertägige maritime Volksfest zu starten.

Was sagt uns dies über den Zustand unserer Gesellschaft, den Prioritäten oder bezgl. der damals gegebenen Versprechen – NIE WIEDER?. Gehört Erinnerung, Mahnung und das Gedenken nicht mehr (so) dazu? Ist das ein würdiger Umgang, ein würdiges Begehens dieses Gedenktages, wenn man als Stadt offiziell an der weltweiten Aktion „Mayors of peace“ teilnimmt?

Zu unserem Tag des Gedenkens und der Mahnung:
Die Veranstaltung war ausgesprochen lebendig. Uns es war wichtig, das Gedenken mit der Gegenwart zu verbinden.

Wir haben die Mahnwache mitten in der Rostocker Innenstadt durchgeführt, wo wegen der Hanse Sail bereits sehr viel Betrieb herrschte: Fahrgeschäfte, Buden und viele Menschen unterwegs. Eigentlich hätten wir an diesem Platz erst gar nicht stehen können, doch bei der Versammlungsbehörde konnten wir einen gewissen Spielraum durchsetzen.

Wir haben zur aktuellen Kriegstüchtigkeitspolitik, zur zunehmenden Militarisierung und auch zur besonderen strategischen Bedeutung Rostocks in diesem ganzen Irrsinn gesprochen. Daraus entstanden teilweise sehr engagierte Diskussionen.

Der Hiroshima-Tag ist eng mit dem Flaggentag der Mayors for Peace verbunden (s.o.); beide haben denselben historischen Anlass. Deshalb war es für uns naheliegend, „unsere Mayors-for-Peace“, Frau Kröger, bzw. stellvertretend jemanden aus der Bürgerschaft einzuladen. Wir erhielten eine formell höfliche Absage.

BESONDERE MOMENTE – 61

Umso schöner war es, dass der ehemalige Rostocker OB Henning Schleiff (Foto 3 Mitte) uns besucht und sich sogar an den lebhaften Diskussionen beteiligt hat.
Henning Schleiff hat großes Interesse an der Friedensbewegung in Rostock und ist immer wieder mal bei Veranstaltungen präsent.

Aber natürlich war auch Hiroshima selbst Teil unserer Kundgebung. So hat Anja in einer sehr emotionalen und bildhaften Schilderung an die Geschehnisse jenes Tages erinnert – unter anderem an das Schicksal der Menschen an der Miyuki-Brücke.

Uwe hat die „Göttinger Kantate“ vorgelesen, eine literarische Mahnung gegen Krieg, Aufrüstung und atomare Vernichtung – und ein Appell für Frieden, Menschlichkeit und eine Zukunft ohne Atomwaffen. Nach dem Abwurf der Bombe bewegten sich unzählige schwer verletzte Menschen aus der zerstörten Innenstadt in Richtung der äußeren Stadtteile. Die Miyuki-Brücke wurde dabei zu einem Sammel- und Durchgangsort für verletzte und sterbende Menschen.

Die „Göttinger Kantate“ stammt von Günther Weisenborn (Erstausgabe 1958), einer literarischen Warnung vor Krieg, atomarer Aufrüstung und den Gefahren des nuklearen Zeitalters.

Herzlichen Dank an alle Mitstreiter vom Friedensbündnis Norddeutschland (Rotfüchse, Karl-Liebknecht-Kreis) an Wilfried vom BSW, Kerstin aus Güstrow und die Mitstreiterin vom IPPNW, Christiane von der Montagsdemo und an den ehemaligen OB Henning Schleiff.