
… wenn es 1.000 Städte und Ort gäbe, welche ganz einfach so wie in Rostock,
* regelmäßig
* im öffentlichen Alltag unserer Mitmenschen
* einladend und kontrovers zugleich
* OHNE jegliche weltanschauliche, religiöse oder politisch-ideologische Symbolik
mit unseren Mitmenschen ins Gespräch kommen würden?
Was für ein beeindruckender Tag:
Ja, in Rostock haben wir ganz sicher schon mehrere Dutzend solcher Friedens-, Demokratie- und Dialog-Anlaufpunkte umgesetzt. Und dennoch war diesmal etwas anders.
Es war wohl das bisher stärkste, das wohl realistischste Bild dessen, was und wie wir uns diese Anlaufpunkte des Friedens im Alltag der Menschen vorstellen.
Jede Menge Menschen, jede Menge
* mit Meinungen, Fragen, dem eigenen subjektiven Wissen …
* mit Rede-, aber auch Zuhörbedarf,
* die auch mit- bzw. untereinander redeten, zuhörten, diskutieren, nachdachten
Und das fast die ganze Zeit. So intensiv, so wirkstark, so richtig, so notwendig und so einen Bedarf an genau diesem Gesprächs-, Mitdenk- und Zuhörangebot haben wir wohl noch nie so intensiv wahrgenommen, wie an diesem Tag.
So viele Gespräche mit unseren – gern auch andersdenkenden – Mitmenschen! Letztlich also auch etwas, was wir uns die letzten Jahre eigentlich immer gewünscht haben: die anderen Menschen, die Mitmenschen außerhalb unserer Blasen zu erreichen. Nicht wie auf vielen Demos belehrend von innen nach außen wirkend (hoffend, dass viele Menschen uns von außerhalb zuhören, wenn wir uns in unserem geschlossenen Kreis das erzählen, was wir eigentlich schon wissen, oder jeder selbst die Woche schon mehrfach gelesen hat), sondern einladend an unsere Mitmenschen, mit uns ins Gespräch zu kommen, ihnen freundliche und Mut machend die Hand zu reichen.
Und natürlich hinterlässt es einen besonderen Eindruck (mit Worten kaum zu beschreiben), wenn die Menschen beidseits der Friedens- und Demokratieanlaufpunkte feststellen: WIR alle haben die gleichen Sorgen, Nöte und Ängste.
Und weil es unsererseits eben keine Schilder, Fahnen, Parolen, Losungen, keine Vorwürfe, keine Belehrungen an die Andersdenkenden gab (was und wie die zu denken haben), weil wir nicht irgendwo am Rand „störend“ demonstriert haben, sind die Menschen zu uns an unsere Friedens- und Demokratieanlaufpunkte gekommen. Wir waren ansprechbar – einfach so. Und gemessen an der Vielzahl auch langer Gespräche, war auch die Zahl der Friedensstimmen mit nahe 200 wirklich beeindruckend. Sie ergab sich quasi nebenbei.
Beeindruckend auch die Anzahl derjenigen, die nicht in allem mit uns übereinstimmten, und im Ergebnis unserer Gespräche dann doch unterschrieben haben.
Und wenn Du am Ende nur zwei, drei oder vier Fotos machen konntest, weil immer etwas am Friedenstisch los war, die ganze Zeit, dann, ja dann fühlst Du auch:
Wir haben heute etwas sehr richtig gemacht. Es war wirklich wichtig, dass WIR heute hier gestanden haben und der Frieden mit und durch uns Gesicht(er) und Stimme(n) hatte. Mitunter haben wir auch die Friedensmusik aus gemacht, weil es so viele Gespräche am Stand gab – lange Rede, kurzer Sinn:
Das, genau das wünsche wir allen Mitstreitern.
Das Erleben genau dieser Momente wünschen wir allen mitengagierten Friedensmenschen. Diese Momente, diese Eindrücke, diese Erlebnisse kann Dir, mir und uns niemand bezahlen, mit keinem Geld der Welt.
Es wird halt aber eben langfristig so sein:
eine Grundbedingung für das Erleben solcher Momente ist, dass wir unsere Mitmenschen zu uns einladen, auch in unserer ideologiefreien Optik.
Ein Tisch, ein paar Kartons mit den Forderungen, dazu etwas Friedensmusik und eine menschlich ruhige Ansprache … das reicht. Mehr braucht es nicht.
Es geht nicht darum, UNSER Wissen kundzutun. Das kennen die Menschen doch aus Ihrem Alltag überall.
Und je mehr es diese Bewegung selbst schafft, dies zu erkennen, zu fühlen, zu verstehen, zu akzeptieren und selbst zu leben (vorzuleben), um so erfolgreicher wird diese neue Friedenswelle liebevoll und menschlich ganz Deutschland umarmen …