08. JULI 2026
ROSTOCK / MECKLENBURG-VORPOMMERN
Aktion 1 an diesem Tag – „Mayors of Peace“

Aus der Presseinfo des Rathauses hieß es:
Rostock beteiligt sich auch in diesem Jahr am internationalen Flaggentag des Städtebündnisses „Mayors for Peace“. Am 8. Juli 2026 wird um 9 Uhr vor dem Rathausanbau am Neuen Markt die Flagge des weltweiten Netzwerks der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für den Frieden gehisst – als sichtbares Zeichen für nukleare Abrüstung, gegen Krieg und für ein friedliches Zusammenleben der Menschen weltweit.
Ja, sehr schön, dass es in diesem Jahr (anders als im Vorjahr) eine Art Zeremonie, ein öffentliches Hissen eben dieser symbolischen Fahne gab. Nur eben war es kein großer, offizieller und gut besuchter Termin.
War oder ist es nur eine nicht wirklich ernst gemeinte Symbolik? Will man etwas symbolisch nach außen demonstrieren, was man aber durch nicht durch wirklich wirkstarke Maßnahmen im realen Alltag der Stadt umsetzen kann/will? Ist es insofern bedenklich, wenn es die Stadt Rostock gerade so schafft, dem 8. Mai 1945 (Tag der Kapitulation Nazideutschlands) zu gedenken, nicht aber dem 75. Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die (damalige) Sowjetunion?
Schauen wir auf die „Fahnengalerie“ am Rostocker Rathaus: wir sehen an diesem Tag mindestens 3 Regenbogenfahnen, zwei Fahne der Warnemünder Woche und nur eine Fahne der weltweiten Aktion „major of peace“ von wohl mittlerweile 600 Städten, wo sich die (Ober)Bürgermeister an dieser Aktion beteiligen. Welche Aussage trifft dies?
Und so blieb irgendwie nur der Eindruck: Alles vor Ort hatte sehr, sehr viel mit Symbolik zu tun, auch bei den wenigen Gästen, die vor Ort waren. Weltanschauungsbanner, Parteifahnen und letztlich wohl nur unsere Initiative, welche – bedingt durch den Namen – mit dem Wort Frieden einen direkten Bezug, eine direkte Unterstützung der Initiative der Bürgermeister signalisierte. Bei denen steht es auch im Namen: PEACE.
Dem BSW anzurechnen: auf ihren Parteifahnen war auch eine fliegende Friedenstaube zu sehen. Den Autor (J.K.) stimmt es aber schon etwas nachdenklich, wenn wohl alle Unterstützer oder Parteimitglieder nach der kurzen Zeremonie verschwunden sind, obwohl wir unseren Friedens- und Demokratieanlaufpunkt (mit Lautsprecher und Mikro) nur 15 Meter entfernt aufgeschlagen hatten. Eine Stunde Unterstützung, eine Stunde gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit für den Frieden wäre doch super gewesen, oder?
Wie wollen wir denn die ängstlichen, unsicheren oder desinteressierten Menschen für ein bundesweites Friedensengagement motivieren, wenn wir mit ihnen nicht wirklich regelmäßig, im öffentlichen Alltag ins Gespräch kommen? Hier wird noch von vielen Seiten zu viel an Möglichkeiten und Potential nicht genutzt.