Warnemünde – Frieden ist geil, deshalb …

Frieden ist geil, Mecklenburg Vorpommern, Rostock, Warnemünde

17. OKTOBER 2026
ROSTOCK – WARNEMÜNDE / MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Warnemünde – Frieden ist geil! Deshalb komme ich sofort zu euch.

Über diesen Samstag könnten wir schon wieder ein ganzes Buch schreiben!
Einfach war es nicht, aber wieder einmal war der Nachmittag voller Erfahrungen und schöner oder spannender Momente.

Ein Gänsehaut-Moment:
Da kam zum Beispiel ein Mann an unseren Tisch und sagte ganz trocken und auf den Punkt: „Frieden ist geil!“ Mehr brauchte er nicht zum Unterschreiben.

Ein anderer Mann freute sich und erzählte, dass er uns schon mal im Fernsehen gesehen hatte. Er meinte den Auftritt von Jana aus Schwerin im NDR.

Besonders in Erinnerung bleiben wird uns eine ältere Dame – sie war 99 Jahre alt –, die unterschrieben hat. Später war sie in einem anderen Zusammenhang erneut bei uns am Tisch. Sie war nämlich mit einer Reisegruppe unterwegs, die nur einen Zwischenstopp in Warnemünde eingelegt hatte. Sie hatte ihren Bus aus den Augen verloren und war ziemlich in Sorge. Mit unserem Mikrofon und der Unterstützung der Polizei konnten wir die Sache zum Glück gut klären.

Ein spannendes Gespräch führte Kerstin mit einer Frau aus Wismar, die Soldaten beim Übergang aus der Armee zurück ins zivile Berufsleben berät. Sie zeigte großes Interesse an unserer Initiative und konnte sich vorstellen, vielleicht selbst aktiv zu werden. (P.S.: Wenn diese Frau zufällig diesen Text liest, bitte nochmal Kontakt zu uns aufnehmen. Mglw. ist der Kontaktzettel abhanden gekommen.)

Schön war die Begegnung mit einem jungen Paar, das heute in Berlin lebt. Er ist Musiker aus Kuba und hatte sein Instrument dabei, sie kommt aus Venezuela. Sie fühlten sich angesprochen, weil wir hinter dem Tisch zu einem Friedenslied mitsangen und tanzten. Für ein ausführliches Gespräch reichten die Deutschkenntnisse nicht ganz, aber dafür uns gegenseitig unser menschliches Bedürfnis nach Frieden ausdrücken. Und zu unterschreiben.

Emotionaler Bruch: Eine Frau erzählte, dass ihr Onkel mit gerade einmal 19 Jahren an der Front bei Stalingrad gestorben ist.
Besonders berührt hat uns aber eine Frage, die uns eine Frau stellte: „Darf ich denn auch unterschreiben? Ich wähle nämlich die AfD.“

Solche Situationen kennen wir bisher vor allem von Menschen aus der Ukraine, die uns fragen, ob sie trotz ihrer Herkunft unterschreiben dürfen.

Was haben diese Menschen gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Und doch scheint sie etwas zu verbinden: das Gefühl, sich erklären zu müssen. Das Gefühl, zwischen die Fronten zu geraten und irgendwie selbst Teil eines gesellschaftlichen Schlachtfeldes zu sein.

Ach ja: Und so sei hier abschließend nur nebenbei erwähnt, dass es diesmal doch sehr windig und böig war. Öfters mussten Pavillon und Tisch vor einem drohenden „Abflug“ geschützt und bewahrt werden. Es ist halt immer anders und dennoch, IMMER interessant.