Rostock-Warnemünde und wieder ein Gänsehaut-Moment

Gänsehaut-Moment, Mecklenburg Vorpommern, Rostock, Warnemünde

19. SEPTEMBER 2026
WARNEMÜNDE / ROSTOCK

hro

Heute mit Unterstützung von Christian von der Friedensfahrt Berlin.

Es hat sich heute wieder so sinnvoll und gut angefühlt. Es war wieder alles dabei. Wir haben Weintrauben geschenkt bekommen. Einfach als Dankeschön.

Immer, wirklich immer ist Warnemünde ein Beweis dafür, was alles in Deutschland möglich wäre, wenn es unsere Friedens- und Demokratie-Anlaufpunkte in ganz Deutschland gäbe, 1.000 Mal.
Es braucht keine große oder kleine Demo, es braucht keine Mahnwache mit Dutzenden Schildern und Losungen, es braucht kein Fahnenschwenken auf Brücken oder im Alltag der Menschen, es braucht überhaupt keine politisch-ideologische Symbolik – all das kann Trennen, laut sein, kann Menschen verunsichern oder gar verunsichern.

Wo bleibt der millionenfache Aufschrei der Menschen nach Frieden? – die Frage ist berechtigt, führt aber i.d.R. dazu, dass die friedensaktiven Menschen meinen, wir müssten nur noch mehr, lauter, öfter und größer agieren. Haben das aber nicht die Friedensmenschen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts auch gemacht? Warum konnten sie den Kriegsirrsinn nicht verhindern? Weil es kein Gemeinsam gab. Weil die Mehrheit der Gruppen und Initiativen nur von sich ausging.

Was aber, wenn die eigentlich historisch richtige Frage folgende wäre:
Was brauchen denn die Millionen passiven, verängstigten, desinteressierten Menschen, um aktiv zu werden?
Wissen wir es ? – Nein.

Wenn wir es aber wissen wollten, was wäre denn der erste objektiv notwendige Schritt? oder Schritte?:
1. Wenden wir unsere Sichtweise, unsere Denk- und Handlungsweisen um 180 Grad. Schauen wir nicht auf uns, sondern unserer Mitmenschen. Was brauchen die, um zu erwachen?
2. Es braucht den Kontakt, die Möglichkeit zum Kontakt zu und mit diesen Menschen.
3. Es braucht das ruhige, freundliche, einladende und neugierige Angebot von uns. Und dann entsteht das, was alle Demo-Formen ja wollen: INTERAKTION. Die Menschen kommen von sich aus zu uns.
4. Dazu braucht es die regelmäßige öffentliche Sichtbarkeit im öffentlichen Alltag der Menschen, in den Wohngebieten, auf den Marktplätzen und in den Fußgängerzonen.
5. Es bedarf des Weglassens jeder !!! trennenden Losung, Parole oder Fahne – unsere 6 Forderungen sind Gesprächsstoff genug.
6. Es bedarf des einladenden Dialogangebots an die Menschen ALS Menschen, als Väter, Mütter, Großeltern, Erwachsene und Jugendliche, von denen keiner Krieg will. Es bedarf keiner politisch-ideologischen Schulung der Menschen. Wollen wir doch erst mal wissen, wie unserer Mitmenschen denken, welche Sorgen, Nöte und Ängste sie haben.

Die Ergebnisse, die Resultate, die Erfahrungen, vor allem aber die Gespräche sind UNBEZHLBAR. Wir zeigen und wir leben Demokartei, Respekt, (i.d.R. auch) die Akzeptanz anderer Meinungen und Haltungen.

Ja, und auch damit gilt es noch besser zu lernen, damit friedlich umzugehen:
Dann gab es aber auch einen Mann aus Kiel, der nichts stehen lassen konnte und immer alles besser wusste. Für ihn ging der Ukraine-Krieg am 24.02.2022 mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine los. Interessant: 4 – VIER- verschiedene Menschen erklärten ihm, dass es die innerukrainischen Angriffe der ukrainischen Streitkräfte mit Artillerie auf die russische Bevölkerung in den durch die Russen bewohnten Gebiete gab. Die Zahlen von 14.000 getöteten Russen kann man recherchieren. Innerhalb von 10 min. wurde ihm das von vier verschiedenen Menschen mitgeteilt. Egal – er blieb bei seiner Meinung, im Habitus seines „Recht Habens“. Und ja, das sind die Herausforderungen, vor denen wir alle gemeinsam stehen. Es wurde sogar noch grotesker: Eine Ukrainerin (sie hat unterschrieben) hat auch mit ihm diskutiert – und gerade ihr wollte er die Ukraine erklären? Kannst`e Dir nicht ausdenken.

Und dennoch in der Mehrheit wieder so tolle echte Gespräche mit unseren Mitmenschen, weil wir eben alle Symbolik, die Parolen, Schilder und Zusatzfahne ALLE weglassen.

BESONDERE MOMENTE – 79

Später, zum Feierabend (schon an einem anderen Ort), kam ein junger Mann auf uns zu und fragte, ob er kurz stören dürfe. Er wollte uns einfach Danke sagen. es wäre ihm ein so großes Bedürfnis. Wir geben ihm das kleine Pflänzchen Hoffnung, dass in diesem Land noch nicht alles verloren sei. Er hat uns schon öfter gehört und sagte, dass es für ihn persönlich wichtig ist, dass wir so ruhig, so mahnend, so nachdenklich machend zu den Menschen sprechen. Das berühre ihn immer wieder sehr. Und er wollte das unbedingt mal anerkennend zurück geben. Am Standort vorhin habe er uns nicht mehr finden können. Es war abgebaut. Nun hat er uns an einem EKZ gesehen und da wollte er es jetzt unbedingt tun.

Und wieder: Das ist nicht nur schön, sondern auch wirklich menschlich tief berührend, so dass wir genau jedem Friedensmenschen in unserer Initiative solche „Gänsehaut-Momente“ wünschen.

Deshalb:
Schließt Euch an, wie so viele Menschen bisher. Werdet ein aktiver, sichtbarer und letztlich bundesweit wirkungsvoller Friedensfaktor. Es braucht in jeder Stadt nur zwei, drei oder vier Friedensmenschen, die sich in den einladend in den öffentlichen Alltag der Menschen stellen. Unsere Kinder und Enkelkinder werden genau auf solche Menschen zählen.
Ein „Geh vor Feigling. Lass mich hinter den Baum.“ hilft den kleinen Butschers nicht. Wann wachen wir auf? Wann verlieren wir Menschen die Angst? WIR sind der Souverän? Die Macht liegt letztlich beim Souverän. Nur muss dieser Souverän, diese Macht sichtbar werden, überall, bundesweit. Deshalb entstand diese Initiative – unser Ziel: 1.000 Städte/Orte a 1.000 Friedenstimmen – UND MEHR.