Rostock Lütten-Klein und die realen Erlebnisse der heute noch lebenden Kriegs-Kinder

Geschichten, Kriegskinder, Lütten Klein, Mecklenburg Vorpommern, Rostock

23- OKTOBER 2023
ROSTOCK/LÜTTEN-KLEIN – MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Die weiteren besonderen Momente des heutigen Friedenstages in Rostock Lütten-Klein:

Ein ältere Mann im Rollstuhl, dessen Familie aus Schlesien vertrieben wurde. Die Familie hatte das Schiff „Wilhelm Gustloff“ verpasst. Hätte seine Familie damals das Schiff erreicht (welches mit Tausenden Menschen versenkt wurde), würde er heute nicht leben …

Eine ältere Dame, die sich so bedankt hat und so traurig darüber ist, dass sie nichts mehr machen kann, weil sie so alt ist. Ihre Erinnerung: Sie ist mit ihrer Mutter mit dem Pferdewagen gefahren, und dann wurden die Menschen aus dem KZ entlassen. Die Menschen sahen so aus …, und dann brach ihre Stimme. Die Mutter hat zu ihr gesagt: „Heute hungern wir, heute kriegen diese Menschen unser Essen.“

Eine Frau: Als sie vier Jahren alt war, ist ihr Vater in Stalingrad gefallen oder verstorben – sie weiß es bis heute nicht.

Eine Dame erinnert sich an ihre Kindheit in der Kopernikusstraße in Rostock. Sie mussten immer voll angezogen mit Klamotten schlafen. Jede Nacht war Luftalarm. Dann hat die Mutter die Kinder immer geweckt und ist mit ihnen in so einen Bunker gegangen. Und immer wieder wiederholt sie: „Ich war fünf Jahre alt, fünf Jahre alt“ Sie konnte auf Fragen gar nicht reagieren, weil sie so in ihrer Geschichte gefangen war.

Jemand aus Kolberg (heute Kołobrzeg in Polen): Die Familie musste flüchten. Schiffe waren schon weg, und da haben sie einen Zug genommen. Mit dem letzten Zug sind sie raus. Und er war irgendwie einer der ersten Wehrpflichtigen in der DDR und später in der Bundeswehr und in den 90ern im Kosovo. Er hat nicht unterschrieben, obwohl er den Stift gefühlt schon in der Hand hatte. Jens hat ihm dann aber den Raum gelassen, und er hat sich doch anders entschieden. Es kämpft so sehr in den Menschen.

Dann gehe ich zum Bäcker rein, und dann winkt mich immer eine ältere Dame. Die winkt und winkt. Dann bin ich hin und sie sagt: „Sie haben aber eine tolle Jacke an, genau die richtige Jacke. Mit Frieden.“ Dann hat sie gesagt, sie hätte Frau Merkel als Kind gekannt … und die lügen ja alle.

Ob jede Geschichte so stimmt? Wir wissen es nicht, aber die Gefühle stimmen und waren echt. Und heute haben wir mit vielen noch lebenden „Kriegs-Kindern“ gesprochen.

Ja, und die Geschichte von Margitta und der kleinen weißen Friedenstaube, die Jens erzählt hat.

Und Jens mit Tränen in den Augen so berührt zu sehen … Aber lest es einfach selbst.