Wir wollten zu unserem (Bundes)Präsidenten und dann …

Berlin, Bundespräsident

27. JULI 2026
BERLIN – BUNDESPRÄSIDIALAMT

präs

Was soll man als Mensch, als Teil des Souveräns dazu sagen? Wir wollten zum Bundespräsidenten, dem Präsidenten aller Bürger unseres Landes. Er ist ja damit auch UNSER Präsident. Und dann … Aber der Reihe nach.

Am ende sollen ja alle Friedensstimmen auch zu unserem Bundespräsidenten. Also haben wir uns gedacht: Wenn wir schon mal in Berlin sind, sagen wir ihm Guten Tag und fragen ihn, wie man das mit der Stimmenübergabe am besten macht, wie lange man das im Voraus organisieren muss und was es sonst noch so zu beachten gäbe.

Okay, im Schloss Bellevue sitzt er ja schon lange nicht mehr. Das würde jetzt für Jahre mit ???-zig Millionen restauriert, modernisiert, umgebaut …

Wir fuhren zum Bundespräsidialamt, Eingang in einer Nebenstraße. Vor dem Eingang ein Mitmensch in Uniform (also ein Polizist). Nachfolgend die sinngemäße Wiedergabe unserer Gespräche:
Anja ging hin und fragte, ob und wie man zum Sekretariat des BP gelangen könnte.
Antwort: Man komme nur mit einem Termin ins BP-Amt. Auch für den Zugang zum Sekretariat erhalte man nur mit einem Termin. Man finde alles auf der Webseite.
(Für unser Foto nochmals fragend.)
Anja: Wie bekommt man denn einen Termin im Sekretariat?
Antwort: Das hatte ich Ihnen doch gesagt. Das steht alles auf der Webseite.
Frage: Gibt es denn eine Tel.Nr. für das Sekretariat?
Antwort: Nochmal, das steht alles auf der Webseite.
Okay, wir rufen an – Das Telefon sagt: außerhalb der Geschäftszeiten. Es war 12:02 Uhr, ABER – die Tel.zentrale hat von 12:00 – 14:00 Uhr keine Geschäftszeit. Also, der erste Anruf vergeblich.
….
Einige Zeit später, am Rande des Antonplatzes, nach 14 Uhr, Jens ruft an:

Wir erreichen die Tel.zentrale (also nicht das Sekretariat).
Jens schildert kurz das Anliegen (Friedensinitiative, Stimmen sammeln, wir möchten Infos zur Vorbereitung einer möglichen Übergabe der Stimmen und würden deshalb gern einen Termin mit dem Sekretariat des BP vereinbaren).
Das ginge nicht. Er könne uns nicht einfach durchstellen. Wir sollten eine schriftliche Anfrage schicken und wenn, würde man uns danach antworten.

Es entspann sich ein kleiner Disput:
Woher er das weiß – fragte ich. Er ist doch nicht das Sekretariat. Das Sekretariat könne mir das ja auch selber ausführen und wir schon Details besprechen, die ggf. in der schriftlichen Anfrage stehen sollten.

Ergebnis:
Ein Mitarbeiter der Telefonzentrale blockiert unsere Bitten komplett. Wir wissen nicht, ob diese „Telefonzentrale“ wirklich die Zentrale des BP-Amtes war oder – wie bei manchen Firmen üblich – ein ausgelagerter Bereich eines externen Call-Centers.

Die Bitte, mir seinen Namen zu nennen, damit ich mich in einem Anschreiben auf ihn berufen könne, verweigerte er. Er müsse das nicht.

DAS hatte gesessen: Jeder Beamte, jeder Staatsangestellte hat die Pflicht, sich auszuweisen, seinen Namen zu nennen, sich also nicht hinter irgendeiner Anonymität zu verstecken. Die Mitmenschen in Uniform tragen ja mitunter Nummern.
Hier war also nichts,, außer der kompletten Verweigerung. Man könne sich ja den Tag und die Uhrzeit des Gespräches notieren …

FAZIT:
Eine Aufgabe des BP ist ja:
Er repräsentiert die Einheit des Staates und des Volkes und soll gesellschaftliche Gruppen zusammenführen.

Der BP vertritt ja irgendwie auch alle Deutschen, so auch uns. Darf man seinen BP so einfach sprechen?

Okay, das geht vielleicht nicht so einfach.
Aber in Sekretariat würde man ja wohl mit seinem Anliegen als Bürger problemlos oder stressfrei kommen können.
Okay – vielleicht würde es ja auch offizielle Sprechstunden für die ganz normalen Menschen geben. – Nein, sie gibt es offensichtlich nicht. Nirgends ein Hinweis.

Also wird es wenn, dann doch eine enorme Procedere, erstmal ins Sekretariat zu kommen. Alles sehr anonym, mglw. auch digital. Nirgends ein persönlich-menschlicher Kontakt zu einem Mitarbeiter, einer Mitarbeiterin.

DAs BP-Amt wirkt also so eher wie eine Burg, ein Bunker, an dem nicht steht, aber von dem ausgeht: DU KOMMST HIER NICHT REIN.

In der besten Demokratie, die Deutschland je hatte, kommt man als Bürger nicht ins Sekretariat oder einen Bereich, der für den Kontakt zum Volk, zum Souverän gedacht ist?
Wie will „mein“ Präsident denn dann wissen, welche Sorgen, Nöte und Ängste ich habe?
Wie will er denn wissen, wie es anderen Menschen geht, wenn es keine einfachen Kontaktmöglichkeiten gibt?
Alles nur schriftlich beantragen, auch einen Gesprächstermin im Sekretariat?

Kann man mal drüber nachdenken, ob und was denn hier falsch läuft? Entspricht eine solche Prozedur dem, wie sich Menschen ihren BP vorstellen?

Bundespräsident, RKI, Antonplatz, Potsdamer Platz – ein Bericht

Antonplatz, Berlin, Brandenburger Tor, Bundespräsident, Potsdamer Platz, RKI

27. JULI 2026
BERLIN – am RKI, am Antonplatz und am Brandenburger Tor.

ber

Montag ist ja bundesweit immer noch ein Aktionstag für verschiedene demokratische Anliegen, so auch in Berlin. Und so hatten sich die Initiatoren dieser initiative einen Plan gemacht, verschiedene Aktionsgruppen zu besuchen.

Zuerst ging es zu unserem Bundespräsidenten. Dazu folgt noch ein separater Bericht. Versucht mal als Mensch, als Teil des Souveräns einfach mal so einen Termin mit dem Bundespräsidenten aller Deutschen zu bekommen bzw. für einen solchen Termin im Sekretariat des Bundespräsidenten vorstellig zu werden.

Danach fuhren wir zum Gebäude des RKI, da dort eine Art Mahnwache stattfinden sollte. Das hat geklappt und wir haben die kleine, aber engagierte Gruppe getroffen. Positiv: Ja, sie machen das schon jahrelang. Kritisch, oder für uns etwas unverständlich: die Ortswahl. Eine Nebenstraße, am Haupteingang. Der Eingang wurde aber auf Grund einer Baustelle nicht genutzt. Also stand man symbolisch sicherlich richtig, aber doch etwas wirkungslos. Man stand für sich, aber ohne Kontakt zu unseren Mitmenschen. Hilft uns das aber weiter, für UNS zu stehen? Eine Frage, die wir uns ja immer wieder stellen, auch in unserer Initiative: Stehen wir vor allem für uns und das Demonstrieren UNSERER Meinung, unserer Zahlen, Daten und Fakten oder ist es ein besseres Ziel, optisch sichtbar im realen Lebensraum unserer Mitmenschen zu stehen und diese einladend zu erreichen?

Nach unserer doch sehr interessanten Gesprächsrunde fuhren wir weiter zum Antonplatz. Hier sollte es von 14 – 19 Uhr eine Art offenen Dialog, auch zum Thema Frieden geben. Dieser fand aber – warum auch immer – nicht statt. Wir haben es uns dennoch nicht nehmen lassen, an der Friedensbotschaft auf dem Antonplatz unser Banner öffentlich zu zeigen und zu dokumentieren. WIR waren da.

Dann ging es zum Brandenburger Tor. Auch dort sollte es eine Art Friedensmahnwache geben. Es war für uns schwer sie zu finden. Auf der Ostseite gab es auf Grund des Anschlages auf den CSD eine Art „Pilgerstätte“, wo wohl doch zahlreiche Menschen hingingen, um Blumen nieder zu legen und ja, auch einige Minuten in Trauer und Andacht zu verweilen. Ein Team vom ARD war natürlich vor Ort.
Positiv zu erwähnen: Wir wurden von einem jungen Mann angesprochen (der unsere T-Shirts las) und es entspann sich ein doch langes gemeinsames Gespräch zum Thema Frieden, Verteidigung, Wehrpflicht, Christentum, dem Frieden in uns selbst. Ein sehr gutes, weil auch wichtiges Gespräch. Ein Gespräch in beiderseitigem Respekt sowie dem Wissen und der Achtung, dass wir Menschen verschiedener Meinung sein können und dürfen. Dieses Gespräch entsprach genau der Version von Aufeinander zugehen, Fragen, Zuhören, gemeinsam Denken usw., wie wir es uns an allen Friedens- und Demokratieanlaufpunkten unserer Initiative aktuell und perspektivisch vorstellen. Und es macht mehr als Mut und gibt uns allen Zuversicht, weil wir genau diese Art von Gesprächen in den letzten Wochen ZUNEHMEND erleben. Wir lassen das Trennende weg und suchen die Gemeinsamkeit, auf der sich ein Gespräch aufbauen Kann: KEIN Mensch auf der Welt als Mensch will Krieg oder ist für einen solchen. ALLE, wirklich alle sind FÜR den Frieden.

Beim Gehen haben wir dann doch nicht die 4 oder 5 Menschen der Friedensmahnwache entdeckt. Irgendwo in einem Eckbereich des Brandenburger Tores. Der Initiator macht dies dort wohl schon seit dem Jahr 2002 oder 2003. Ja, das ist Kontinuität, Ausdauer und auch Durchhaltevermögen. Wir haben dort unterstützt, gefragt, ob wir unsere Banner mit hinlegen dürfen, was erstmal von einigen positiv bejaht wurde. Einem Mitstreiter missfiel es. Wir würden etwas „kapern“. Auch das Gespräch mit ihm fühlte sich nicht nach Einladung, Dank für unsere Unterstützung und Gemeinsamkeit an. Es ging eher in eine politisch-ideologische, belehrende und Recht-habende Richtung. Der Initiator entschuldigte sich, was aber nicht notwendig gewesen wäre. Wir kennen und wissen um solche Gespräche und die dahintertliegenden Denk- und Handlungswiesen.

Positiv: ein längeres Gespräch mit dem Initiator war leider nicht möglich, da er von einer Gruppe junger männlicher Jugendlicher angesprochen wurde und sich ein sehr langer Dialog entspann. Das hat uns sehr beeindruckt. Super. Weiter so.

Wir wollten weiter zum Potsdamer Platz, zu einer weiteren Friedensdemo. Leider fiel die aber aus oder war den von uns befragten Mitmenschen in Uniform nicht bekannt. Schade. Aber auch eine Möglichkeit, dann doch noch nach Schöneberg weiter zu fahren. Und die Erlebnisse dort waren schon echt gut und auf eine Art und Weise auch besonders. Dazu jetzt im nächsten Bericht.