03. OKTOBER 2026
BERLIN
Friedensdemo zum Tag der deutschen Einheit

DAS sind WIR. Diese wenigen kleinen Momente sind Ausdruck dessen, was für diese, unsere ORANGENE Friedensinitiative sinnbildlich und charakteristisch ist. WIR sind Menschen, die alles politisch-ideologisch, weltanschaulich und religiös Trennende weglassen. Keine Block-Aufzüge mit der jeweils individuellen (Trennungs-)Symbolik, keinem überbordenden Fahnenmeer, keiner lauten und letztlich spaltenden Ansprache, keine lauten und vom Wesen her ja auch Gewalt ausstrahlenden Parolen … Kein „Wir müssen…“, Kein „Wir müssen gegen jemanden Kämpfen.“. Frieden beginnt in und mit uns und wie wir grundsätzlich zu jedem Menschen als Menschen stehen. Kein Mensch als Mensch will Krieg, auch nicht die aus Eurer Sicht „Bösen“. Es sind Menschen, mit deren Köpfen man etwas gemacht hat … Ideologie, Demagogie, Angst, Hass, Hetze, Agitation, Propaganda …
Wenn WIR alle Menschen FÜR den Frieden sind, muss man niemanden hassen, oder?
Gern ein paar Auszüge aus den persönlichen Eindrücken unserer lieben Friedensmenschen in Berlin:
Walter/Region Nürnberg
Wie bei vielen Demonstrationen waren verschiedene politisch organisierte Gruppen präsent, teilweise mit sehr weitgehenden Forderungen und einem entsprechend zugespitzten Auftreten. Unser Eindruck war jedoch, dass viele Besucher gerade deshalb unseren Ansatz schätzten: keine parteipolitische Agenda, keine ideologischen Grabenkämpfe, sondern die Konzentration auf das gemeinsame Anliegen Frieden.
Für uns war deutlich spürbar, dass unsere Initiative als das wahrgenommen wurde, was sie sein möchte: ein offenes, glaubwürdiges und von ganz normalen Menschen getragenes Engagement für den Frieden. Die vielen Gespräche, die Unterstützung und die neu geknüpften Kontakte haben uns darin bestärkt, diesen Weg weiterzugehen.
Anja/Rostock
Diese Emotionen, die wir bei Menschen auslösen, die unsere Sprache gar nicht verstehen und die trotzdem stehen bleiben, auf uns zukommen und wissen wollen: Wer genau seid ihr?
Ich behaupte, dass diese Menschen nicht zu einem Stand der Gewerkschaft gegangen wären.
Irgendetwas haben wir, was uns davon unterscheidet und offenbar ohne Worte und Reden funktioniert.
Unser Erscheinungsbild, unsere Energie – sozusagen das Gegenteil von der Enge vieler Organisationen und Strukturen.
Und auch viele Demo-Teilnehmer waren ja begeistert. Sie finden unser Bild richtig.
Und wenn ich mir dieses Compact-Video anschaue oder auch den Livestream vom Berlin-Berlin TV, dann fühle ich mich in diesen Bildern teilweise nicht wohl…
Vielleicht liegt das auch an meinen Erfahrungen vom Vorabend … Was ich in der Sprache und im Ton wahrgenommen habe, war sehr viel Klassenkampf. Und teilweise sogar Feindbilder. Und damit für mich auch eine Wiederholung von Denkweisen, die historisch mit dazu geführt haben, wo wir heute wieder stehen.
Kerstin/Güstrow
Uns verbindet ein gemeinsamer Friedensgedanke, der sich immer deutlicher herausbildet. An unseren Ständen laden wir die Menschen ein, mit uns ins Gespräch zu kommen. Genau diese Haltung ist uns wichtig – und mein Eindruck ist, dass sie von allen in unserer Initiative verinnerlicht und gelebt wird. So möchten wir als Initiative wahrgenommen werden.
Auch optisch waren wir unübersehbar: Nicht nur unsere orangenen Stände sind den Passanten und Demonstranten sofort ins Auge gefallen, sondern auch unsere orangenen Luftballons, die von weitem, im Demonstrationszug und vor der Bühne immer wieder gut zu sehen waren. Wir wurden sehr oft angesprochen und konnten viele wertvolle Gespräche führen. …
Wenn auf der einen Seite so stark polarisiert wird und auf der anderen Seite Menschen mit israelischen Flaggen am Rand laufen – was von vielen als Provokation wahrgenommen wurde – zeigt sich, wie tief unsere Gesellschaft gespalten ist. In Berlin ist diese Spaltung an diesem Tag extrem deutlich zutage getreten.
Aber bei all diesen nachdenklichen Momenten bleibt vor allem eines tief im Herzen hängen: Die Wärme und das Miteinander in unserer eigenen Initiative. Zu spüren, wie wir zusammenstehen, dass wir uns aufeinander verlassen können und diesen Weg gemeinsam gehen – das tut einfach unglaublich gut. Wir tragen dieselbe Hoffnung in uns, und genau dieses menschliche Band gibt uns die Kraft und die Wärme für alles, was vor uns liegt.
Heike / Lemgo
Darum der eigentliche Ansatz unserer Bewegung, mit Musik und Reden am Rand, nicht zwischen den Trommeln zu erscheinen, ist aus unserer Sicht der klügere Weg. Auch zur gestrigen Diskussion, ob wir auf dem richtigen Weg sind, können wir sagen: Geduld und Durchhaltevermögen ist beides etwas, was in dieser Zeit rar geworden ist.
Das kennen viele nicht einmal. … Lasst uns die Zeit zum Wachsen nehmen, neue Ideen einflechten in unsere Arbeit, nur nicht die Geduld verlieren und nach neuen Liedern suchen. Diese und das Lachen holen Menschen ab. Ernsthaftes Mahnen schreckt ab.
Ich werde versuchen, unsere Kernbotschaft in verschiedene Sprachen zu übersetzen und diese unter Material einstellen, damit wir sie an den Ständen für ALLE auslegen können.
Nochmal Kerstin/Güstrow:
Unsere Initiative ist mittlerweile zu einer echten, eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen. Die Freude war riesig, all die bekannten Gesichter wiederzusehen, die aus den unterschiedlichsten Regionen angereist waren, um Seite an Seite zu arbeiten. Alle haben mit angepackt und an den Tischen geholfen. Uns verbindet ein gemeinsamer Friedensgedanke, der sich immer deutlicher herausbildet. An unseren Ständen laden wir die Menschen ein, mit uns ins Gespräch zu kommen. Genau diese Haltung ist uns wichtig – und mein Eindruck ist, dass sie von allen in unserer Initiative verinnerlicht und gelebt wird. So möchten wir als Initiative wahrgenommen werden.
Nochmal Anja/Rostock:
Für mich ist die schönste Erinnerung an diese Demo sicherlich, euch wiederzusehen, die wir sonst nicht so häufig sehen: Uwe, Renate, Henry, Klaus, Adi, Ingo, Karsten, Roy, Uta & Heidi, Uli & Heike …
Aber auch diejenigen, die plötzlich über euch dazukamen: Jochen & Sybille, die Mitstreiter von Renate und Adi, deren Namen ich leider nicht mehr draufhabe.
Und dann war sofort dieses unmittelbare Gefühl von Klassentreffen und Gemeinschaft. Es lief einfach alles Hand in Hand und ineinander. Aber auch plötzlich Walter aus Detmold in der Masse zu treffen – einen Menschen, den ich gar nicht kenne und der unser T-Shirt trägt. Das Gleiche mit Caren aus Hamburg.
Ich behaupte, jeder von uns an den Tischen hatte richtig Spaß und Freude und hat diesen Reichtum aus Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit genossen.