07. FEBRUAR 2026
ROSTOCK-WARNEMÜNDE / MECKLENBURG-VORPOMMERN
Ja, Engagement FÜR den Frieden geht auch im Januar, auch im Winter. Immer interessant: Welche Erfahrungen werden wir heute machen. Unsere Friedensinitiative gibt es ja erst seit gut acht Monaten und im Winter haben wir uns wohl alle noch nicht analog und sichtbar im öffentlichen Raum bewegt.
Warnemünde funktionierte aber so, wie bisher. Lieben Dank auch an Bea (Liedersängerin aus Rostock) für Ihren Besuch, inkl. Unterstützung. Es waren doch zahlreiche Menschen unterwegs, wir haben Friedensmusik gespielt und auch geschaut, die Menschen als Väter, Mütter und Großeltern anzusprechen. Und so haben wir echt tolle und beeindruckende Gespräche geführt. Immer noch macht es uns nachdenklich, wie viele Menschen uns sehen, uns hören und dennoch gefühlt teilnahmslos, desinteressiert oder fehlendem Bewusstsein um unsere heutige historische Friedensverantwortung einfach vorbei laufen. Hoffen wir, dass Sie uns und damit unsere Initiative gesehen haben und irgendwie auch ins Nachdenken und Friedenshandeln kommen.
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Und eine Situation + anschließendem Gespräch beschreibt vielleicht alles, warum viele Menschen „nur“ im „Narrativ-Hamsterrad der heutigen Gesellschaft“ sehen, denken und handeln können.
Für viele Menschen scheint es in Ihrem Denken und Handeln immer darum zu gehen, auf „die Gegenseite“ zu reagieren. Ein neues, ein anderes Denken außerhalb der „System-Kampf-Spielwiese“ scheint nicht möglich. Aber, vielleicht würde genau eben eine NEUE Sicht uns allen weiterhelfen – das Bewusstsein, wenn wir alle uns einfach nur als Väter, Mütter, Großeltern, Erwachsene und Jugendliche sehen würden und ALLES Trennende (also die weltanschaulichen, politischen und religiösen Verschiedenheiten) weglassen könnten und nur und ausschließlich das uns Menschen Einende nach vorne stellen würden. Und hierbei FRIEDEN zu allererst.
Zur Situation:
Das Gespräch mit einem jungen Mann, Familienvater, wohl aus dem Iran (Menschenrechtsanwalt.) Er kam sehr impulsiv an unseren Stand. Den Beginn des Gesprächs habe ich nicht genau mitbekommen. Scheinbar ging es darum, dass unser Engagement für den Frieden sicher gut sei, er aber aktuell FÜR den Krieg ist. Das zeigte er doch sehr emotional, leicht impulsiv. Denn, sein Bruder ist einer der Demonstranten im IRAN, also aktiv gegen dieses Regime dort. Und ja, sein Bruder ist damit akut in Lebensgefahr. Natürlich macht dies etwas mit einem Bruder, man müsse sich gegen das Regime wehren, ggf. also auch mit Waffen, also Krieg und Gewalt. Es gelang, ihn aus seinen Emotionen heraus zu bekommen und ruhig miteinander zu sprechen.
Es war ein langes und auch gutes Gespräch. Und ja natürlich auch verbunden mit der Frage:
Ja, was wäre denn eine Lösung?
DIE eine Lösung haben auch wir aktuel nicht, aber ein These:
Im uns von außen „aufgezwungenen Gesellschafts-Spielfeld“, mit dem aktuellen Chaos des politischen, weltpolitischen und medialen Alltags, scheinen sich ganz, ganz viele Menschen zu verzetteln oder! Sich also genau da mit reinziehen, nein RUNTER ziehen zu lassen. Vielen scheint die Idee und auch die Fähigkeit zu fehlen, mal (bildlich gesprochen) vom Tisch aufzustehen und die Sachen von oben, aus einer Vogelperspektive zu betrachten.
Dies könnte dann vielleicht zu folgende Fragen führen:
Qui bono? Woher kamen denn die ganzen „Farbenrevolutionen“ damals? Woher kamen die so „plötzlich“? Wer stand sich in all diesen Ländern unversöhnlich gegenüber? Welche Interessen standen sich gegenüber? Und so auch im Iran: woher kommt das so plötzlich? Wie? Wer steht sich gegenüber? Welche Rolle spielen die sozialen Medien? Wer nutzt und steuert diese sozialen Medien? Und ja: Was kam bei den Farbenrevolutionen danach? Was kommt im Iran danach? Welche Rolle werden denn die (Interessen, Wünsche, Bedürfnisse) Menschen bei der Gestaltung im danach spielen?
Ja, sicherlich verständlich waren Wut, Hass und die klare Positionierung zu erkennen, dass man „mit denen“ nicht zusammenarbeitet, dass „man“ die vernichten muss. (Aber eigentlich will doch kein Vater, keine Mutter, kein Opa und keine Oma Krieg. Wohin werden die Menschen also hier „getrieben“. Werden Sie nicht vom MENSCHSEIN abgelenkt, weg geführt?) Letztlich tun sie UNBEWUSST eigentlich das Gleiche, also das, was die Gegenseite permanent macht und was man ja selber gar nicht mehr will, oder? Hass, Ausgrenzung, Ignorieren, sich über andere Menschen stellen, Recht haben wollen, kämpfen müssen … Damit sind aber die verzweifelten Menschen überall auf der Welt dann vom Wesen her letztlich auch nicht besser, als das System, wogegen sie KÄMPFEN …
Im Alltagskampf beschäftigen sich nur ganz wenige ernsthaft mit der Frage, was danach kommen soll und durch/mit wem. Fast neimand hat eine Idee, wie die Menschen danach sicherstellen wollen, dass es in einem ggf. neuen Iran um IHRE Interessen als Menschen gehen sollte. Keine Idee wie dann eine auch sicherlich notwendige Versöhnung zwischen den MENSCHEN beider Seiten aussehen könnte.
Und wenn wir auf Deutschland und den Zustand der aktuellen (Parteien- und Medien-)Gesellschaft schauen – ist es da nicht ähnlich, also vom WESEN her gleich?
Und so (m)eine Lösungs-These:
WIR Menschen brauchen ein neues Denken und Handeln. Pippi Langstrumpf. WIR machen uns die Welt, wie sie uns Menschen gefällt. Wir spielen einfach in diesem „kranken“ System nicht mehr mit. Sind wir nicht in der Lage, auch mit den Menschen auf der angeblichen Gegenseite zu sprechen, zu verzeihen, die Hand zu reichen, sind WIR nicht in der Lage, die ja notwendige bessere Welt zu versuchen, JETZT SCHON selber vorzuleben – wie sollte es dann gehen? Wer soll es tun, wenn nicht wir?
Menschen, weigert Euch Feinde zu sein. Und eben ja, dass beginnt bei DIR. Das beginnt bei und in DIR, in MIR, in UNS. Raus aus der Blase dieser doch scheinbar irgendwie auf Hass und Hetze gepolten „Gesellschaftsspielwiese“. Raus aus der Blase des „Recht-habens“, der Blase eigener „Egos“, raus aus der Blase, dass wir uns auf das uns Trennende konzentrieren, oder?
Was wäre, wenn WIR ALLE nach gemeinsamen Friedensspielregeln spielen würden? Wir – der Souverän – die Väter, Mütter, Großeltern, Erwachsene und Jugendliche? Und ja, diese gibt es halt noch nicht. Die wären erst Mal zu finden, oder? Gemeinsam mit allen. Vielleicht der dann wichtigste Gradmesser: Das uns alle Verbindende, das uns ALLE Einende würde hier ganz vorne stehen „müssen“.
Was heißt das für UNSERE Initiative:
Was wäre möglich, wenn wir uns aktuell vor Ort alle nur einfach als erforderliche Friedens-Anlaufpunkte für die anderen Menschen sehen würden? Wäre es nicht schön, wenn die Menschen uns einfach nur als das sehen würden, was SIE selbst sind? Menschen, die in großer Sorge um die friedliche und lebenswerte Zukunft für uns alle sind und dies öffentlich zeigen.
Erreichen wir unsere Mit-Menschen – die sich immer noch in diesem politisch- und medialen Narrativsystem bewegen – wirklich einfach nur als Väter, Mütter, Großeltern … wenn wir die „uns zusätzlich noch wichtigen“ Schilder oder Botschaften zeigen, wenn wir für Parteien, also Organisationen stehen oder deren Symbole zeigen (für Parteien, die es für selbstverständlich halten, Wahl-KÄMPFE zu machen, die Wahl- oder Parteiprogramme für sich als Orientierung nutzen, letztlich ja irgendwo auch gegen andere Menschen agieren)? Kommen wir alle zusammen voran, wenn wir zeigen, was wir alles (sonst) noch so WOLLEN, als einfach nur als Menschen FÜR den FRIEDEN zu stehen?
Können WIR wirklich alle fühlen, dass das Trennende für uns Menschen eigentlich so klein ist (oder sein sollte), und wir aktuell das uns allen! GEMEINSAM EINENDE in den einzigen Fokus unseres Friedenshandelns stellen sollten? Was bedeutet es eigentlich vom WESEN her, wenn nicht alle Mitstreiter und Unterstützer unserer Initiative zusammen arbeiten können/wollen? Das geht doch eigentlich nur, wenn das uns Trennende nach vorne gestellt wird oder Priorität hat, oder? Stehen wir dann wirklich für eine neue Gesellschaft, für ein neues und positives Denken/Handeln?
Und nehmen wir diese wenigen Gedanken und übertragen wir sie auf das Gespräch mit dem Papa aus Iran. Man ist dort so abgelenkt und verzweifelt, so verhasst, so gespalten, so im Kampf, dass im Moment eben keiner vom Tisch aufstehen kann, um die Situation aus der Vogelperspektive zu betrachten und sich aus all dem „Gesellschafts-Chaos“ soweit raus zu nehmen, um zu überlegen:
Wie erreichen wir zuerst einmal ALLE Menschen vor Ort als Menschen? Wie und wodurch könnten wir es schaffen, alle Menschen dazu zu bewegen, sich als Väter, Mütter, Großeltern, Erwachsene und Jugendliche zu sehen Wie schaffen wir es, das Böse, das Verhasste aus den Köpfen der Menschen zu bekommen? EINER „müsste“ den ersten Schritt machen, oder?
Und genau weil wir Menschen das nie gelernt haben (These: Lernen durften), weil auch „unsere Demokratie“ (Wahl-)Kämpfe und damit das Verlieren von Menschen im Vergleich zu anderen täglich lebt, propagiert und so für normal erklärt, lebt diese Gesellschaft, unsere Demokratie, aber auch die Menschen im Iran oder wo auch immer auf der Welt von der Konzentration auf das (wenig) Trennende, auf dem Finden von eigentlich unnötigen Differenzen und Verschiedenheiten.
Frage:
Hat unser Demokratie ein ehrliches Interesse daran, das wir einfache Menschen zusammenwirken, um einfach nur gemeinsam einfache Menschen zu sein?
These: Und bleibt das Alte so wie es war/ist, muss immer jemand „verlieren“ – oder? Können wir da wirklich zum wirklich friedlichen Frieden gelangen?
Und damit wären wir bei Einsteins Definition von Wahnsinn:
Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten, auf andere Ergebnisse zu hoffen …