Rostock: Demokratie – Politische Bildung – (Nicht)Umsetzung der Forderungen des „Beutelsbacher Konsens“?

Beutelsbacher Konsens, Kooperative Gesamtschule Südstadt, Mecklenburg Vorpommern, Politische Bildung, Referent Politisches Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern, Rostock

12. und 13. OKTOBER 2026
Rostock / MECKLENBURG/VORPOMMERN

bus

Wie heißt es auf der Web-Seite der Organisatoren und Initiatoren?

Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern das, was wir daraus machen. Aber wo redet man heute noch ungezwungen über das, was im Land schiefläuft oder besser werden muss? Genau dafür rollt unser Demokratiebus zu Dir. Wir schaffen den Raum für ehrliche Begegnungen und echte Gespräche über Politik, Alltag und unseren Zusammenhalt. Kein langes Drumherumreden, sondern Deine Perspektive zählt: Wie stellst Du Dir die Zukunft vor? Komm rum, schnapp Dir einen Platz und lass uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Veränderung beginnt genau hier – im Gespräch mit Dir. Bist du dabei?

An anderer Stelle:
Vertrauen fördern, Distanz überwinden – oder – #NurZusammenLäufts!

Aber ist dem so oder ist eher so, wie es scheint: es ist Agitation und Propaganda? – Gerade in der heute doch politisch-ideologisch, aber auch medial mit Narrativen aufgeladenen Zeit sowie angesichts der hier bewusst oder unbewusst geschürten Spaltung der Menschen in unserem Land kommt dem „Beutelsbacher Konsens“ bei Veranstaltungen/Maßnahmen für POLITISCHE BILDUNG der Schüler, Jugendlichen und Heranwachsenden eine mehr als große Bedeutung zu.

Wir machen bei einer Schule die Probe auf`s Exempel.
Angesichts des Erlebten stellen wir dann aber doch die Frage: Läuft hier nicht vielleicht doch gewaltig etwas schief?
Entspricht die nachfolgend sichtbare Vorgehensweise des Organisators und der Schule dem Inhalt bzw. dem Geiste des „Beutelsbacher Konsens“?
Lest selbst:

1.
Mit Verweis und unter Inanspruchnahme der Inhalte und Aufgaben des „Beutelsbacher Konsens“ nehmen wir mit dem Organisator in Schwerin Kontakt auf. Wir beantragen in diesem Kontext beim Referent Politisches Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern von Konrad-Adenauer-Stiftung e.V./Politisches Bildungsforum Mecklenburg-Vorpommern unsere Teilnahme an dieser zwar schuleigenen, aber von externen „Experten“ durchgeführten Schulmaßnahme für POLITISCHE BILDUNG.

Die erste Antwort:
„… vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an unserer Demokratiegestalter-Tour.
Die Veranstaltung ist als geschlossene Schulveranstaltung konzipiert. Externe Akteure sind im Rahmen des Formats nicht vorgesehen.
Wir bitten um Verständnis, dass eine Teilnahme daher nicht möglich ist.“

2.
Wir fragen erneut nach und bestehen bei obigem Referenten (mit nochmaligem Verweis auf dem „Beutelsbacher Konsens“) auf einer Teilnahmemöglichkeit.
Wir erhalten freundlicherweise umgehend eine Antwort, aber erneut eine Absage:
„… zwischenzeitlich haben wir die Angelegenheit nochmals mit der Schule besprochen.
Die Schule hat entschieden, dass die Teilnahme schulfremder Personen an der Veranstaltung nicht möglich ist.
Beim Besuch des Demokratiebusses handelt es sich um ein erweitertes unterrichtliches Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Schule. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist hierbei auf Einladung der Schule vor Ort.

Die Entscheidung über die Teilnahme externer Personen an schulischen Veranstaltungen trifft die Schule. Sofern Sie hierzu weitere Fragen haben, bitten wir Sie, sich direkt an die Schulleitung zu wenden.“

3.
Okay. Wir nehmen Kontakt zum Schulleiter und dem Stellvertreter der „Kooperativen Gesamtschule Südstadt“ in Rostock auf. Wir schildern unser Anliegen und bitten/fordern unsere Teilnahme ein – gemäß dem „Beutelsbacher Konsens“.
Wir erhalten folgende Antwort „i.A.“ des Schulleiters:
„Bei der Demokratiegestalter-Tour am 13. Oktober handelt es sich um eine geschlossene schulische Bildungsveranstaltung, die wir gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchführen.
Die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses sind selbstverständliche Grundlage unserer professionellen pädagogischen Arbeit. Einer Beteiligung weiterer Initiativen bedarf es hierfür nicht.
Eine Teilnahme Ihrerseits oder Ihrer Initiative, auch in beobachtender Funktion, ist daher weder vorgesehen noch möglich.

Vielen Dank, dass Sie unsere Entscheidung respektieren.“

4.
Wir antworten erneut. U.a. mit folgenden Gedanken:
„… Dass Sie die „Demokratiegestalter-Tour“ in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchführen, unterstreicht die Relevanz unserer Fragen. Politische Stiftungen stehen naturgemäß einer Partei und deren Weltanschauung nahe. Gerade hier verlangt das Kontroversitätsgebot, dass auch andere gesellschaftliche Perspektiven Raum finden, um eine einseitige Beeinflussung junger Menschen zu verhindern….

Es geht uns ausdrücklich nicht darum, dass unsere Anwesenheit eine Voraussetzung für die Einhaltung des Beutelsbacher Konsenses wäre. Es geht darum, wie Sie dessen Einhaltung bei dieser konkreten Veranstaltung transparent und nachvollziehbar machen.

Gerade bei politischer Bildung sollte es selbstverständlich sein, solche Fragen offen und nachvollziehbar zu beantworten. Demokratie lebt vom Dialog, von unterschiedlichen Perspektiven und davon, dass auch kritische Fragen ihren Platz haben. Wir sehen Sie hier in einer besonderen Verantwortung gegenüber den Ihnen anvertrauten Jugendlichen und erwarten Ihre zeitnahe Rückmeldung. …“

Eine Antwort steht aktuell noch aus. Wir bleiben am Ball und informieren Euch.
Entspricht dieses Vorgehensweise
a) wirklich dem Demokratieverständnis des „Busses“?
b) dem, was auf der Webseite (s.o.) zu lesen ist – #NurZusammenLäufts! ?
c) dem Inhalt und Geist des „Beutelsbacher Konsens“?