21. FEBRUAR 2026
MEIßEN / SACHSEN

In Meißen hat sich alles richtig angefühlt. Und wieder hat es gezeigt und bestätigt: Es muss nicht alles perfekt sein. Das ist nicht nötig, dass ALLE Passanten stehen bleiben, zuhören und uns zusprechen.
Der Rathausmarkt war ein Ort, an dem wir uns wohlgefühlt haben, weil er schön ist und Klang hat – ein offener Platz mit Raum für uns und unsere Gedanken. Es war/ist ein Platz, auf welchem Menschen uns auch erst Mal wahrnehmen, uns zuhören und mit und in sich selber nachdenken können. Keine Enge, sonder eine Art offene Weite für alle Menschen.
Teilweise schien die Sonne, obwohl eigentlich für den ganzen Vormittag Regen angesagt war, so dass unser orangener Pavillon leuchten konnte.
Doch einige Mitstreiter aus der Region kamen angereist, lernten sich kennen, einige gingen früher. Das war sehr lebendig. Zwischen uns war eine gewisse Heiterkeit, eine schöne Energie aus Freude und Selbstbewusstsein, für den Frieden einzustehen. 🕊
Es geht nicht nur um das Unterschriften sammeln, sondern genau darum, diese positive und sichtbare Friedens-Energie in unseren Städten analog und erlebbar zu machen.
Welche Erfahrung hat sich aber erneut noch bestätigt: Jedes Aufklärungs- und Informationplakat, welches „unsere“ Meinung, unser Wissen am Stand dokumentiert, kann als links, rechts, oben oder unten wahrgenommen werden. Es ist und bleibt einfach hilfreich, wenn wir uns selbst bewusst werden, dass die Menschen unser Wissen, unsere Sachkenntnis, unsere „Zahlen, Daten und Fakten“ nicht haben. Und wer fühlt sich von den „Unwissenden“ schon gern belehrt, agitiert und von außen „genötigt“ über Dinge und ggf. Fakten nachzudenken, die für unsere Mitmenschen überhaupt (noch) nicht relevant sind. Ist es nicht unsere Aufgabe, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind und behutsam ins Nachdenken zu bringen?
Vielleicht oder sehr wahrscheinlich funktioniert es eben anders herum: Über die gemeinsamen Gespräche, über die Verbindung von Mensch zu Mensch (z.B. von Opa zu Opa) schaffen wir die erste zarte und notwendige Gemeinsamkeit, um unser Gegenüber mittels Fragen ins Nach- und Neuddenken zu bringen. Und so scheint es wirklich wichtig, gemeinsam darüber nachzudenken, wieso manche Mitmenschen sich interessiert unseren Friedensständen nähern, wissen wollen, was wir machen und wir sie dann abschrecken über (genau in diesem Moment) nicht notwendige Plakate, Bilder, Meinungen oder gar „Belehrungen“, welche sie vielleicht noch gar nicht verstehen können. Und vielleicht wollen die Menschen nicht von uns das erleben, was sie von aus den Medien und von den Politikern kennen, die einem ja permanent mitteilen, wie wir zu denken und zu reden haben, oder? (siehe Dresden-Artikel bzw. den, der über Chemnitz noch folgt).
Wir können somit grundsätzlich alles richtig machen, es aber mit einer Fahne, einem Plakat sofort wieder „zu nichte“ machen oder unsere Mitmenschen von jetzt auf gleich in den Rückzugsmodus bringen.
Lieben Dank vor allem an Kai und Holm aus Meißen, Sigrid und Klaus aus Mühlberg und Jürgen aus Radebeul.