Teil 2 – Fortsetzung von Teil 1
Für Notstände im eigenen Land… allein dafür wäre er (der Sohn, siehe Teil 1) angetreten.
Nicht für Kriegsdienste in anderen Ländern gegen Menschen, mit denen er in Friedenszeiten im Urlaub Kaffee trinken würde. (Anmerkung: Danach wird im Ernstfall niemand von „denen da oben“ bzw. von der militärischen Führungsebene fragen.)
Als ich ihn fragte, ob er weiß, warum bei der katastrophalen Überschwemmung im Ahrtal, die vor Ort aufgebauten Bundeswehreinheiten damals über mehrere Tage hinweg keine Einsatzbefehle zur sofortigen Hilfe erhielten und keiner der dort stationierten Soldaten diese Untätigkeits-Befehle missachtete, um sofort zu helfen, war er zunächst sprachlos und erschien mir irritiert.
Das konnte selbst er nicht verstehen.
Er argumentierte mit einer bestehenden „Remonstrationspflicht“ bei Sichtbarwerden von ethisch und moralisch falschen Befehlen.
Ich bemerkte, dass er da durchaus ganz schön im Zwiespalt steckte.
Natürlich verteidigte er seinen Berufsstand.
Und ich versicherte ihm, dass ich das vollkommen verstehe und auch respektiere.
Er beschrieb mir auch die Missstimmung unter den Kameraden bezüglich der derzeitig propagandamäßig gefahrenen Bundeswehrwerbung, die irrsinnigen Diskussionen aus Politik und Medien über Wehrpflicht und Auslosung, sowie das diskutierte Wehrpflichtjahr für Rentner.
Er nannte das einen „vollkommenen Bullshit“.
Zitat des jungen Mannes:
„Solche erzwungenen Leute helfen der Bundeswehr nicht, sie schaden ihr“. (Anmerkung: Schaut euch die WERBUNG an. Nein, die jungen Menschen werden nicht gezwungen. Sie werden mit „goodies“ gekauft. These: Kein Wort erfahren diese Menschen über das, was Kriegs ist. Unterhaltet Euch mal mit den jungen Männern, die traumatisiert und verletzt aus Afghanistan zurück kamen. Die meisten sind nur noch psychische Fracks, kaum allein im Alltag wirklich lebensfähig. Erfahren die jungen Menschen davon?)
Resümee aus Landshut:
Es war wirklich ein sehr gutes, herzliches Gespräch und wir waren uns bei der Verabschiedung alle drei völlig einig, dass wir Frieden für alle Menschen auf der Erde wollen.
Ich hoffe sehr, dass der nette junge Mann nicht eines Tages in die missliche Lage kommt, sein Gegenüber gemäß einem Einsatzbefehl verletzen zu müssen.
